Untersuchungen zeigen, wie Anzeichen von Legasthenie im Gehirn von Neugeborenen erkannt werden können
Die Hirnforschung kann wertvolle Informationen über Kinder liefern, die möglicherweise zusätzliche Unterstützung benötigen, bevor sie im Klassenzimmer Probleme mit dem Lesen haben. Sprechen, Singen oder Musikhören stärken die Gehirnsysteme, die für das Lesenlernen unerlässlich sind. Verzögerungen in der Sprach- und Leseentwicklung kommen häufig vor, und Lernstörungen wie Legasthenie können den Bildungsweg und die späteren Chancen …
Untersuchungen zeigen, wie Anzeichen von Legasthenie im Gehirn von Neugeborenen erkannt werden können
Die Hirnforschung kann wertvolle Informationen über Kinder liefern, die möglicherweise zusätzliche Unterstützung benötigen, bevor sie im Klassenzimmer Probleme mit dem Lesen haben. Sprechen, Singen oder Musikhören stärken die Gehirnsysteme, die für das Lesenlernen unerlässlich sind.
Verzögerungen in der Sprach- und Leseentwicklung kommen häufig vor, und Lernstörungen wie Legasthenie können den Bildungsweg und die späteren Chancen eines Kindes erheblich beeinträchtigen. Je früher die Förderung erfolgt, desto leichter fällt es den Kindern, ausgeprägte Sprach- und Lesekompetenzen aufzubauen.
Die Doktorarbeit von Sergio Navarrete Arroyo von der Universität Helsinki zeigt, wie Anzeichen von Legasthenie im Gehirn von Neugeborenen erkannt werden können.
Wir haben die Gehirnreaktionen von rund 200 Neugeborenen auf Veränderungen der Sprachlaute mit einem Instrument namens Elektroenzephalographie gemessen. Dieselben Kinder wurden im Alter von 2 und 4–5 Jahren erneut untersucht. Sie nahmen auch an standardisierten Tests der Fertigkeiten vor dem Lesen teil, darunter Fähigkeiten wie Buchstabenkenntnisse, verbales Kurzzeitgedächtnis und schnelle Namensgebungsfähigkeiten, die bekanntermaßen die zukünftige Lese- und Schreibfähigkeit vorhersagen.“
Sergio Navarrete Arroyo, Universität Helsinki
Ziel der Studie war es herauszufinden, ob diese Gehirnreaktionen vorhersagen können, welche Kinder später möglicherweise Schwierigkeiten beim Lesenlernen haben werden.
„Wir haben herausgefunden, dass Säuglinge mit einer familiären Vorgeschichte von Legasthenie Sprache anders verarbeiten als ihre Altersgenossen. Diese Gehirnreaktionen, die lange vor Beginn des Leseunterrichts gemessen wurden, standen in Zusammenhang mit späteren Vorlesefähigkeiten“, fügt Navarrete Arroyo hinzu.
Frühzeitiges Eingreifen ist der Schlüssel zur Unterstützung der Sprachentwicklung
Die Studie hebt das Säuglingsalter und die frühe Kindheit als entscheidende Zeitfenster für die Unterstützung von Kindern und Familien hervor, bei denen das Risiko von Lernproblemen besteht. Frühe Erfahrungen – wie Sprechen, Singen oder Musikhören – stärken die Gehirnsysteme, die für das Lesenlernen unerlässlich sind.
„Zukünftig könnten gehirnbasierte Tools bestehende Vorschuluntersuchungen ergänzen, um Kinder zu identifizieren, bei denen ein hohes Risiko für Sprach- und Leseprobleme besteht. In Kombination mit Alltagsbeobachtungen und einfachen Tests könnten sie Lehrern und medizinischem Fachpersonal dabei helfen, Kindern die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit zu bieten. Indem wir die frühe Gehirn- und Sprachentwicklung unterstützen, können wir dazu beitragen, die Grundlage für lebenslanges Lernen und Wohlbefinden zu schaffen“, ermutigt Navarrete Arroyo Lehrer und medizinisches Fachpersonal.
Quellen: