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Was ist die Korrelation zwischen viraler Affenpocken-DNA und Infektiosität in klinischen Proben?

In einer kürzlich veröffentlichten Studie bioRxiv* Preprint-Server untersuchten die Forscher die Korrelation zwischen der Infektiosität des Affenpockenvirus (MPXV) und dem viralen DNA-Gehalt in klinischen Proben.

Studie: Affenpocken-DNA korreliert mit Virusinfektiosität in klinischen Proben. Bildnachweis: Corona Borealis Studio/Shutterstock
Lernen: Affenpocken-DNA korreliert mit der Virusinfektiosität in klinischen Proben. Bildnachweis: Corona Borealis Studio/Shutterstock

Hintergrund

MPXV ist ein zoonotisches Virus aus der Familie der Poxviridae mit einem doppelsträngigen DNA-Genom. Die Exposition gegenüber dem Virus könnte durch die Interaktion mit Wildtieren und den Kontakt mit infizierten Personen oder infektiösen Keimen erfolgen. Der erste bekannte Fall von MPX beim Menschen trat 1970 in Zentralafrika auf; seitdem kam es in West- und Zentralafrika zu sporadischen Ausbrüchen. Der erste menschliche MPX-Fall wurde im Mai 2022 im Vereinigten Königreich (UK) gemeldet.

Bisher wurden weltweit mehr als 28.000 Fälle gemeldet, und die meisten Fälle gehörten zur Community der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Derzeit wird MPX durch einen MPXV-spezifischen Polymerase-Kettenreaktionstest (PCR) diagnostiziert. Das Vorhandensein von MPXV-DNA in einer Probe impliziert keine Infektiosität, was die Bewertung des Risikos einer möglichen Übertragung durch infizierte Fälle einschränkt.

Die Studie und Ergebnisse

Die vorliegende Studie untersuchte die Korrelation zwischen MPXV-DNA, die durch PCR quantifiziert wurde, und infektiösem Virus, gemessen durch einen Plaque-Assay. Es wurden klinische Proben von oropharyngealen Abstrichen, Läsionsexsudaten und rektalen Abstrichen von 32 männlichen Patienten entnommen. Die DNA wurde mit dem QIAamp DNA Mini Kit aus den Proben isoliert.

Multiplex-Echtzeit-PCR-Assays wurden mit dem SensiFAST Probe Lo-ROX-Kit durchgeführt. BS-C-1-Zellen wurden für den Plaque-Assay verwendet und Plaque-bildende Einheiten (pfu) wurden bestimmt. Eine lineare Regression wurde an log pfu/ml- und Zyklusschwellenwerten (CT) durchgeführt.

Die lineare Regression der CT- und log-pfu/ml-Werte aller Proben, unabhängig vom Probentyp, zeigte eine signifikante negative Korrelation, nämlich niedrige CT-Werte, die mit hohen Virustitern korrelierten. Die meisten Läsionsabstriche hatten niedrige CT-Werte und eine hohe Viruslast, während oropharyngeale Abstriche hohe CT-Werte und eine niedrige Viruslast aufwiesen.

Außerdem wurden die CT- und log-pfu-Werte für jeden Probentyp separat korreliert. Die Autoren fanden eine signifikante Korrelation zwischen oropharyngealen Abstrichen und dermalen Läsionen mit CT-Werten. CT-Werte für neun getestete Rachenabstriche waren > 33, während die Infektionstiter für sechs dieser Proben unter der Nachweisgrenze (25 pfu/ml) lagen.

Zwei Proben lagen an der Nachweisgrenze, nur eine Probe zeigte eine niedrige Viruslast. Dies legt nahe, dass CT-Werte über 33 für oropharyngeale Abstriche auf eine sehr geringe bis keine Infektiosität hindeuten. Ebenso lagen Hautläsionen mit CT > 33 unter oder an der Nachweisgrenze, was auf eine schwach oder nicht infektiöse Probe hindeutet.

Ferner waren 20 Proben gepaarte Proben von Oropharynx und Läsionen von demselben Patienten. Sie stellten fest, dass die meisten getesteten Patienten in dermalen Läsionen eine höhere Viruslast aufwiesen als in oropharyngealen Abstrichproben, was auf ein erhöhtes Infektionsrisiko durch engen Kontakt mit Hautläsionen hindeutet.

Schlussfolgerungen

Die Forscher demonstrierten die starke Korrelation der MPXV-Infektiosität mit PCR-CT-Werten und stellten fest, dass ein CT über 33 auf eine weniger oder nicht infektiöse Probe hindeutet. Daten zur Virusinfektiosität aus anderen Proben wie Schorf, Rektalabstrich und Sperma müssen weiter untersucht werden.

Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass Proben mit einem CT-Wert von 33 oder höher ein geringes Infektionsrisiko aufweisen könnten. Diese Daten könnten wertvoll sein, um Richtlinien für MPX-Patienten und -Kontaktpersonen bereitzustellen und Kriterien für die Entscheidungsfindung über Schutzmaßnahmen festzulegen.

*Wichtiger Hinweis

bioRxiv veröffentlicht vorläufige wissenschaftliche Berichte, die nicht von Fachleuten begutachtet wurden und daher nicht als abschließend angesehen werden sollten, die klinische Praxis/das gesundheitsbezogene Verhalten leiten oder als etablierte Informationen behandelt werden sollten.

Referenz:

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