Studie enthüllt Trends und Zukunftsprognosen zur Krebssterblichkeit in China
Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache in China und macht landesweit fast ein Viertel aller Todesfälle aus. Rasante sozioökonomische Veränderungen, Umweltbelastungen und eine alternde Bevölkerung haben die Krebsbelastung im ganzen Land erhöht. Obwohl nationale Programme zur Krebsprävention und Früherkennung die Überlebensraten verbessert haben, bestehen weiterhin regionale Ungleichheiten. Landbewohner haben im Vergleich zur städtischen …
Studie enthüllt Trends und Zukunftsprognosen zur Krebssterblichkeit in China
Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache in China und macht landesweit fast ein Viertel aller Todesfälle aus. Rasante sozioökonomische Veränderungen, Umweltbelastungen und eine alternde Bevölkerung haben die Krebsbelastung im ganzen Land erhöht. Obwohl nationale Programme zur Krebsprävention und Früherkennung die Überlebensraten verbessert haben, bestehen weiterhin regionale Ungleichheiten. Landbewohner haben im Vergleich zur städtischen Bevölkerung einen eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und eine geringere Screening-Abdeckung. Gleichzeitig nehmen lebensstilbedingte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und Fettleibigkeit weiter zu. Aufgrund dieser Herausforderungen war eine umfassende Analyse der langfristigen Krebssterblichkeitstrends und Zukunftsprognosen erforderlich, um nationale Präventionsstrategien zu unterstützen.
Ein Forschungsteam des Krebskrankenhauses, der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften und des Peking Union Medical College hat neue Erkenntnisse veröffentlicht (DOI: 10.20892/j.issn.2095-3941.2025.0158). Krebsbiologie und Medizindie nationale Krebssterblichkeitstrends von 2013 bis 2021 und Prognosen bis 2030 aufzeigt. Die Studie stützt sich auf 2,37 Milliarden Personenjahre an Daten des China Causes of Death Surveillance System und berichtet von einem erheblichen Gesamtrückgang der Krebssterblichkeit, warnt jedoch davor, dass die Alterung der Bevölkerung und regionale Unterschiede landesweit weiterhin zu einem Anstieg der absoluten Krebstodesfälle führen werden.
Die Forscher analysierten Sterblichkeitsdaten von 605 Überwachungsstellen in 31 Provinzen, die 24 % der chinesischen Bevölkerung repräsentieren. Mithilfe von Alters-Perioden-Kohortenmodellen berechneten sie altersstandardisierte Sterblichkeitsraten (ASMRs) und prognostizierten Trends bis 2030. Zwischen 2013 und 2021 gingen die gesamten ASMRs für alle Krebsarten jährlich um 2,3 % zurück, was auf einen erheblichen Rückgang bei Speiseröhrenkrebs (-4,8 %), Magenkrebs (-4,5 %) und Leberkrebs (-2,7 %) zurückzuführen ist. Allerdings stieg die Sterblichkeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (+2,0 %) und Prostatakrebs (+3,4 %). Städtische Gebiete erzielten schnellere Reduzierungen (-3,0 % pro Jahr) als ländliche Gebiete (-2,0 %), was die anhaltenden Ungleichheiten verdeutlicht. Eine Zerlegungsanalyse ergab, dass die Bevölkerungsalterung 20–50 % zum Anstieg der verschiedenen Krebstodesfälle beitrug. Bis 2030 wird Lungenkrebs weiterhin die häufigste krebsbedingte Todesursache bei beiden Geschlechtern sein, gefolgt von Leber-, Darm-, Magen- und Speiseröhrenkrebs bei Männern und Darm-, Leber-, Magen- und Brustkrebs bei Frauen. Das Team schätzt, dass trotz anhaltender Verbesserungen der Sterblichkeitsraten im Jahr 2030 2,4 Millionen Menschen an Krebs sterben werden, was die doppelten Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und ungleichen Zugangs zur Gesundheitsversorgung unterstreicht.
China hat durch landesweite Screening- und Risikokontrollprogramme bemerkenswerte Fortschritte bei der Reduzierung der Krebssterblichkeit gemacht. Der demografische Wandel hin zu einer älteren Bevölkerung führt jedoch dazu, dass die absoluten Krebstodesfälle weiter zunehmen werden. Wir müssen uns auf die Früherkennung und den gleichberechtigten Zugang zur Krebsbehandlung konzentrieren, insbesondere in ländlichen Regionen. Die Integration von Präventions- und Kontrollmaßnahmen in umfassendere öffentliche Gesundheits- und Alterungspolitiken wird von entscheidender Bedeutung sein, um den Fortschritt aufrechtzuerhalten und die Kluft zwischen Stadt und Land zu verringern.“
Dr. Xiaoqiu Dai, korrespondierender Autor, National Cancer Center
Die Studie liefert eine entscheidende Beweisgrundlage für politische Entscheidungen, die darauf abzielen, Chinas künftige Krebslast zu reduzieren. Eine Stärkung der Früherkennung in ländlichen Gebieten, die Förderung von HPV- und HBV-Impfungen und die Förderung eines gesünderen Lebensstils könnten die Sterblichkeit in Hochrisikopopulationen deutlich senken. Darüber hinaus kann die Ausweitung der Krebsbekämpfung auf Strategien zur Wiederbelebung ländlicher Gebiete sicherstellen, dass Prävention und Behandlung auch unterversorgte Gebiete erreichen. Die Forscher gehen davon aus, dass koordinierte nationale Bemühungen zur Bewältigung von Umwelt-, Verhaltens- und demografischen Faktoren nicht nur die Krebssterblichkeit senken könnten, sondern auch als Modell für andere Entwicklungsländer dienen könnten, die mit ähnlichen altersbedingten Gesundheitsveränderungen konfrontiert sind.
Quellen:
Liang, X., et al. (2025). Cancer mortality trends in China from 2013–2021 and projections to 2030. Cancer Biology and Medicine. doi.org/10.20892/j.issn.2095-3941.2025.0158