Neue Erkenntnisse zeigen, wie visuelle Szenen Berührungsechos im Gehirn auslösen

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Wenn man Robert De Niro dabei zusieht, wie er auf die Hand eines Betrügers eine hammerbasierte Vergeltung anordnet Kasino ließ dich instinktiv zusammenzucken, du bist nicht allein. Viele Leute sagen, dass sie beim Anblick einer Körperverletzung im Film zusammenzucken, als würden sie es selbst „spüren“. Es ist, als würde der Stachel direkt vom Bildschirm in …

Neue Erkenntnisse zeigen, wie visuelle Szenen Berührungsechos im Gehirn auslösen

Wenn man Robert De Niro dabei zusieht, wie er auf die Hand eines Betrügers eine hammerbasierte Vergeltung anordnet Kasino ließ dich instinktiv zusammenzucken, du bist nicht allein. Viele Leute sagen, dass sie beim Anblick einer Körperverletzung im Film zusammenzucken, als würden sie es selbst „spüren“. Es ist, als würde der Stachel direkt vom Bildschirm in Ihre Haut springen.

Doch die Erklärung, warum und wie dies geschieht, gab den Wissenschaftlern lange Zeit Rätsel auf. Jetzt haben Wissenschaftler der University of Reading, der Freien Universität Amsterdam und Minnesota, USA, einen wichtigen Hinweis auf die Ursache gefunden. Teile des Gehirns, von denen ursprünglich angenommen wurde, dass sie nur das Sehen verarbeiten, sind ebenfalls nach einer „Karte“ des Körpers organisiert, sodass das, was wir sehen, Echos von Berührungsempfindungen auslöst.

Die Studie wurde heute (Mittwoch, 26. November) in der Zeitschrift veröffentlicht Naturzeigt, dass das Ansehen von Filmen berührungsverarbeitende Regionen Ihres eigenen Gehirns auf hochorganisierte Weise aktivieren kann. Kurz gesagt, Ihr Gehirn schaut nicht nur zu, es simuliert, was es sieht.

Wenn Sie beobachten, wie jemand gekitzelt oder verletzt wird, leuchten Bereiche des Gehirns, die Berührungen verarbeiten, in Mustern auf, die dem betroffenen Körperteil entsprechen. Ihr Gehirn überträgt das, was Sie sehen, auf Ihren eigenen Körper und „simuliert“ eine Berührungsempfindung, auch wenn Ihnen nichts Körperliches passiert ist.

Dieses Übersprechen funktioniert auch in die andere Richtung. Wenn Sie beispielsweise im Dunkeln zur Toilette navigieren, helfen Berührungsempfindungen Ihrem visuellen System, eine interne Karte darüber zu erstellen, wo sich Dinge befinden, selbst bei minimaler visueller Eingabe. Dieses „Ausfüllen“ spiegelt das Zusammenwirken unserer verschiedenen Sinne wider, um ein kohärentes Bild der Welt zu erzeugen.“

Dr. Nicholas Hedger, Hauptautor vom Center for Integrative Neuroscience and Neurodynamics an der University of Reading

Im visuellen System verborgene Körperkarten

Um zu zeigen, wie es möglich ist, dass unser Tastsinn ausschließlich durch visuelle Informationen aktiviert wird, entwickelten die Forscher neuartige Methoden zur Analyse der Gehirnaktivität von 174 Menschen, während sie Filme wie „The Social Network“ und „Inception“ sahen. Überraschenderweise zeigten Gehirnregionen, von denen traditionell angenommen wurde, dass sie rein visuelle Informationen verarbeiten, Muster, die Empfindungen am eigenen Körper des Betrachters widerspiegelten und nicht nur das, was auf dem Bildschirm erschien. Diese visuellen Regionen enthielten „Karten“ des Körpers, ähnlich denen, die normalerweise in berührungsverarbeitenden Bereichen des Gehirns zu finden sind. Mit anderen Worten: Die „Maschinerie“, mit der das Gehirn Berührungen verarbeitet, ist in unserem visuellen System „eingebrannt“.

Die Studie ergab zwei Möglichkeiten, wie diese Körperkarten mit visuellen Informationen in Einklang stehen. In den dorsalen (höher gelegenen) Regionen des visuellen Systems stimmen die Körperkarten dort überein, wo Dinge in unserem Sichtfeld erscheinen: Teile des Gehirns, die auf Fußempfindungen abgestimmt sind, waren auch auf die unteren Teile der visuellen Szene abgestimmt, während Teile, die auf Gesichtsempfindungen abgestimmt waren, auch auf die oberen Teile der visuellen Szene abgestimmt waren. In ventralen (weiter unten liegenden) Regionen stimmen die Körperkarten mit dem Körperteil überein, auf den jemand schaut, unabhängig davon, wo es in der visuellen Szene erscheint. Vereinfacht gesagt ist unser visuelles System eng mit unserem Tastsinn verbunden und ordnet das, was wir beobachten, den Koordinaten unseres Körpers zu.

Die Forscher sind besonders von den klinischen Anwendungen dieser Forschung begeistert. Hedger sagte: „Diese Entdeckung könnte unser Verständnis von Erkrankungen wie Autismus verändern.“

Viele Theorien gehen davon aus, dass die interne Simulation dessen, was wir sehen, uns hilft, die Erfahrungen anderer Menschen zu verstehen, und dass diese Prozesse bei autistischen Menschen möglicherweise anders funktionieren. Herkömmliche sensorische Tests sind anstrengend, insbesondere für Kinder oder Menschen mit klinischen Erkrankungen. Wir können diese Gehirnmechanismen jetzt messen, während jemand einfach einen Film anschaut, was neue Möglichkeiten für Forschung und Diagnose eröffnet.“


Quellen:

Journal reference:

Hedger, N., et al. (2025). Vicarious body maps bridge vision and touch in the human brain. Nature. doi: 10.1038/s41586-025-09796-0. https://www.nature.com/articles/s41586-025-09796-0