Umfrage zeigt, warum sich manche Menschen für unregulierten Cannabis zur Behandlung von medizinischen Beschwerden entscheiden.
Eine Umfrage in Utah zeigt, warum viele Patienten unregulierte Cannabisprodukte zur Behandlung medizinischer Beschwerden nutzen und welche Barrieren dabei bestehen.

Umfrage zeigt, warum sich manche Menschen für unregulierten Cannabis zur Behandlung von medizinischen Beschwerden entscheiden.
Die Verwendung von medizinischem Cannabis hat seit seiner Verfügbarkeit für Patienten in Utah im Jahr 2020 zugenommen. Eine medizinische Cannabis-Karte, die bei schwer behandelbaren Erkrankungen wie PTSD und chronischen Schmerzen verschrieben werden kann, ermöglicht es einem Patienten, zugelassene Cannabisprodukte in bestimmten Apotheken zu erwerben.
Einige Personen, deren medizinische Bedingungen die Verwendung von medizinischem Cannabis erlauben, nutzen jedoch unregulierte Produkte. Dies kann zu unerwarteten Gesundheitsrisiken durch Zusatzstoffe und Verunreinigungen führen.
Eine neue Umfrage unter über 200 Personen, die am medizinischen Cannabisprogramm in Utah teilnehmen, zeigt, warum einige Menschen auf unreguliertes Cannabis zurückgreifen, um ihre medizinischen Bedingungen zu behandeln. Dies stellt einen ersten Schritt dar, um die Barrieren zu reduzieren, die den Zugang zu sichereren, lizenzierten Produkten erschweren.
Die Ergebnisse wurden im Journal of Cannabis Research veröffentlicht.
Die hohen Kosten der Gesundheit
Die Kosten für legales Cannabis sind eine bedeutende Hürde für viele Teilnehmer, die illegales Cannabis verwenden. Die Überwachung und Regulierung von Cannabis kostet Geld, was bedeutet, dass illegales Cannabis oft viel günstiger sein kann als regulierte Produkte.
Die hohen Kosten für legale Cannabisprodukte können einen Teufelskreis wirtschaftlicher und gesundheitlicher Folgen verursachen, so die Forscher. Die chronischen Erkrankungen, die mit medizinischem Cannabis behandelt werden, wie chronische Schmerzen oder PTSD, erschweren es häufig, einen Job zu behalten, sodass Patienten, die Linderung suchen, eher wirtschaftliche Schwierigkeiten erfahren. Der Kauf günstiger, unregulierter Produkte kann jedoch das Risiko erhöhen, die eigene Gesundheitslage zu verschlechtern.
Es gibt diesen Austausch. Es ist wie: ‚Okay, ich habe eine chronische Krankheit, die es mir schwer macht zu arbeiten, also habe ich begrenzte Ressourcen. Ich kann mir leichter das Zeug von meinem Freund auf der Straße leisten, aber das Zeug dort könnte mich langfristig kranker machen.‘ Das schafft eine Zwickmühle, die zu gesundheitlichen Ungleichheiten führt.
Jerry Cochran, PhD, Hauptautor der Studie, Professor für Epidemiologie und Direktor des Programms für Suchtforschung, klinische Versorgung, Wissen und Advocacy (PARCKA), Universität Utah
Ohne einen etablierten Qualitätskontrollprozess können illegale Produkte hinsichtlich der Gehalte an CBD und THC unvorhersehbar schwanken. Illegale Produkte können auch nicht deklarierte Zusatzstoffe oder Verunreinigungen enthalten, wie Schimmel, Pestizide oder Schwermetalle, die chronische Erkrankungen verschlimmern können.
Angesichts der Gefahren von illegalem Cannabis und der Neuheit des medizinischen Cannabisprogramms in Utah ist es besonders wichtig, Forschung zu betreiben, um zu verstehen, wie Menschen das Programm nutzen, sagt Lirit Franks, PhD, Mitautorin der Studie und Forschungsentwicklungsmitarbeiterin in PARCKA. „Es schafft Rechenschaftspflicht,“ sagt Franks. „Man sieht Bereiche, in denen Verbesserungen möglich sind, erkennt, was funktioniert, und sieht Bereiche für zukünftige Forschung, die sehr wichtig sein könnten.“
Wissen ist Macht
Obwohl die Kosten eine Hürde darstellen, zeigt die Forschung, dass der Zugang zu qualitativ hochwertigen Informationen den Menschen stark dabei hilft, illegale Produkte zu vermeiden. Personen, die hauptsächlich die staatliche Website für Informationen über Cannabis nutzen, sind viel eher geneigt, legale Cannabisprodukte zu verwenden. Die Autoren sagen, dass dies ein vielversprechendes Zeichen ist: Wenn Menschen genaue, unvoreingenommene Informationen erhalten, anstatt sich auf Cannabis-Marketingmaterialien zu verlassen, wählen sie in der Regel sicherere Produkte.
„Wenn man alle Vorurteile ausräumen und den Menschen einfach gute, genaue Informationen über medizinisches Cannabis geben kann, werden die Menschen das medizinische Cannabisprogramm nutzen,“ sagt Cochran.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine bessere Kommunikation unvoreingenommener Informationen den Menschen helfen könnte, sicherere Entscheidungen zu treffen. Wenn Anbieter sicherstellen können, dass Patienten Zugang zu Informationsressourcen haben, sagt Cochran, „leisten sie gute Arbeit dabei, Patienten zu schützen und sichere Produkte zu verwenden.“
Die Sicherheit durch Abbau von Barrieren erhöhen
Die Forscher sind der Meinung, dass das Verständnis der Schwierigkeiten der Patienten beim Zugang zu den benötigten Produkten Strategien leiten kann, um den Prozess zu erleichtern. Zum Beispiel könnte das Senken der Kosten für die Erneuerung einer bestehenden Cannabis-Karte, da die Kosten eine Hauptbarriere sind, den Patienten helfen, weiterhin regulierte, sichere Produkte zu kaufen.
„Wenn wir darauf achten, was im Weg steht, können wir diese Barrieren vielleicht abbauen und den Menschen Zugang zu sichereren Produkten ermöglichen,“ sagt Franks.
Die Ergebnisse wurden im Journal of Cannabis Research veröffentlicht mit dem Titel „Verständnis der Beweggründe für den illegalen medizinischen Cannabisgebrauch: Eine explorative Analyse in einem medizinischen Cannabisprogramm“.
Die Mittel zur Unterstützung dieser explorativen Analyse wurden vom Gesundheitsministerium Utahs bereitgestellt, im Rahmen des Vertrags #236204 mit dem Titel „Utah Medical Cannabis: Eine prospektive Kohortenbewertung.“ Der Geldgeber hatte keinen Einfluss auf das Design, die Datensammlung oder die Datenanalyse. Der Inhalt dieser Analyse spiegelt nicht die Ansichten des Geldgebers wider.
Quellen:
Reeves, C., et al. (2025). Understanding motives for illicit medicinal cannabis use: an exploratory analysis in a medical cannabis program. Journal of Cannabis Research. doi.org/10.1186/s42238-025-00284-w