Parks, Bibliotheken, Freizeitzentren und Gehwege würden im Idealfall dazu beitragen, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern, aber das ist nicht so einfach, insbesondere für junge Menschen. Untersuchungen von Melissa Villodas, deren Arbeit sich auf das Verständnis konzentriert, wie sich soziale Determinanten der Gesundheit auf die psychische Gesundheit gefährdeter junger Menschen auswirken, zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Nachbarschaftseinrichtungen und der psychischen Gesundheit junger Menschen viel komplexer ist.
Das bloße Vorhandensein von Annehmlichkeiten in der Nachbarschaft reicht möglicherweise nicht als Schutzfaktor für die psychische Gesundheit junger Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund aus, da wir uns darüber im Klaren sind, dass sich Jugendliche mit unterschiedlichem Hintergrund aufgrund unfairer Rassismus- und Unterdrückungssysteme möglicherweise anders in der Nachbarschaft zurechtfinden.
Melissa Villodas, Assistenzprofessorin für Sozialarbeit, George Mason University
Villodas konzentrierte sich auf Familien mit niedrigem Einkommen und nutzte nationale Daten, die Elternberichte über Depressionen und Angstzustände bei ihren Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren erfassten, um zu untersuchen, ob das Vorhandensein von Annehmlichkeiten in der Nachbarschaft mit unterschiedlichen Folgen für die psychische Gesundheit verbunden ist. Sie kam zu dem Schluss, dass Annehmlichkeiten in der Nachbarschaft bei verschiedenen Rassen und ethnischen Gruppen auf unterschiedliche Weise mit der psychischen Gesundheit zusammenhängen.
Villodas beobachtete, dass hispanische und schwarze Jugendliche im Vergleich zu weißen Jugendlichen häufiger Angst hatten, wenn sie in Vierteln mit Gehwegen lebten. Villodas skizziert Theorien, die darauf hindeuten, dass es nicht unbedingt die Annehmlichkeit ist, die zu einer schlechten psychischen Gesundheit führt, sondern die Art und Weise, wie Jugendliche sie wahrnehmen und damit interagieren.
„Obwohl Parks in der Nachbarschaft tendenziell einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit haben, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass externe Faktoren die Erfahrungen junger Menschen in diesen Räumen beeinflussen können. Beispielsweise könnten hispanische Jugendliche in öffentlichen Räumen, die traditionell die psychische Gesundheit unterstützen, aufgrund von Einwanderungsrichtlinien und Bedenken hinsichtlich der Abschiebung von Familienmitgliedern in diese Räume übertrieben wachsam sein. Unter diesen Umständen funktioniert der Zugang zu Parks möglicherweise nicht optimal als Schutzfaktor.“
Jugendliche, die sich als gemischtrassig identifizierten, litten häufiger an Depressionen, wenn sie angaben, in Gebieten mit Erholungszentren zu leben, und hispanische Jugendliche zeigten in Vierteln mit Parks ein höheres Risiko für Depressionen. Andererseits war die Wahrscheinlichkeit einer Depression bei multiethnischen Jugendlichen, die in Gegenden mit mehr Gehwegen lebten, geringer.
Die Studie von Villodas konzentriert sich auf das Verständnis, wie sich Nachbarschaftseinrichtungen auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen auswirken, die mit begrenzten Ressourcen leben. Indem sie sich auf Bevölkerungsgruppen mit begrenzten finanziellen Ressourcen konzentriert, kann ihre Arbeit zu gezielteren und aussagekräftigeren Empfehlungen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit junger Menschen auf Gemeindeebene führen.
„Es ist wichtig, dass wir erkennen, wie sich das Vorhandensein von Nachbarschaftseinrichtungen sowohl positiv als auch negativ auf die psychische Gesundheit junger Menschen auswirken kann. Aus diesem Grund können unsere Ergebnisse einen Ausgangspunkt für die Priorisierung jugendzentrierter Designüberlegungen bei Nachbarschaftseinrichtungen bieten, die die psychische Gesundheit aller Jugendlichen unterstützen“, sagte Villodas. „Gemeinschaftliche Investitionen in Nachbarschaftseinrichtungen können die psychische Gesundheit junger Menschen unterstützen, erfordern jedoch vielfältige Stimmen junger Menschen, um gerechte Ergebnisse zu erzielen.“
Erforschung der Zusammenhänge zwischen Nachbarschaftseinrichtungen und psychischer Gesundheit: Erkenntnisse aus Elternberichten über ältere Jugendliche in Haushalten mit niedrigem Einkommen wurde im Dezember 2025 in veröffentlicht Wohlbefinden, Raum & Gesellschaft.
Quellen:
Villodas, M. L., et al. (2025). Exploring associations between neighborhood amenities and mental health: Insights from parent reports of older youth in low-income households. Wellbeing, Space and Society. DOI: 10.1016/j.wss.2025.100317. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S266655812500082X?via%3Dihub


