Neue personalisierte Therapie steigert die Wirksamkeit von Tamoxifen bei Brustkrebspatientinnen
Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen (WHO, 2023). Das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) hat nun in einer klinischen Studie eine neue Therapie entwickelt, die die Hormonbehandlung bei Brustkrebs individuell auf die Patientin zuschneidet. Ziel ist es, die Wirksamkeit von Tamoxifen – einem Medikament, das seit Jahrzehnten zur Behandlung von hormonabhängigem …
Neue personalisierte Therapie steigert die Wirksamkeit von Tamoxifen bei Brustkrebspatientinnen
Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen (WHO, 2023). Das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) hat nun in einer klinischen Studie eine neue Therapie entwickelt, die die Hormonbehandlung bei Brustkrebs individuell auf die Patientin zuschneidet. Ziel ist es, die Wirksamkeit von Tamoxifen – einem Medikament, das seit Jahrzehnten zur Behandlung von hormonabhängigem Brustkrebs eingesetzt wird – bei Patientinnen zu verbessern, bei denen das Medikament bisher nicht so wirksam war wie gewünscht.
Tamoxifen hemmt das Wachstum hormonempfindlicher Brustkrebszellen, indem es die Bindung des Hormons Östrogen an seinen Rezeptor in den Tumorzellen verhindert. Damit das Medikament jedoch optimal wirken kann, muss es im Körper in seine aktive Form, (Z)-Endoxifen, umgewandelt werden. Bei etwa einem Drittel der Patienten wird dieser Stoffwechselvorgang durch das Enzym CYP2D6 begrenzt. Diese Variabilität ist genetisch bedingt und kann zu einem erhöhten Risiko eines erneuten Auftretens bei Brustkrebspatientinnen beitragen.
TAMENDOX geht diesem Problem entgegen: Es ergänzt gezielt (Z)-Endoxifen, um die unzureichende Umwandlung von Tamoxifen auszugleichen und die Therapie wirksamer zu machen.
Unter der Leitung des IKP und in Zusammenarbeit mit 38 Kliniken in Deutschland wurden im Rahmen einer multizentrischen Studie 235 Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem, also hormonabhängigem Brustkrebs im Frühstadium behandelt. Je nach individuellem genetischen Profil oder Medikamentenspiegel im Blut erhielten die Patientinnen über einen Zeitraum von sechs Wochen entweder Tamoxifen allein (Monotherapie) oder in Kombination mit (Z)-Endoxifen. Die Ergebnisse zeigten, dass Brustkrebspatientinnen unter Kombinationstherapie die gewünschte Wirkstoffkonzentration im Blut erreichten, ähnlich wie bei Patientinnen unter Tamoxifen-Monotherapie und mit normalem Stoffwechsel.
Mit TAMENDOX bieten wir die erste wirksame Lösung für ein seit langem bestehendes Problem: die unzureichende Wirkung von Tamoxifen bei einem erheblichen Teil der Patienten. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie durch gezielte personalisierte Medizin die Wirksamkeit bestehender Therapien deutlich verbessert werden kann – und zwar direkt zum Nutzen der Patienten.“
Dr. Matthias Schwab, Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie, Bosch Health Campus
Die neue Behandlungsmethode wurde von den Patienten sehr gut vertragen. Die Nebenwirkungen waren mild und traten genauso häufig auf wie in der Gruppe, die eine Tamoxifen-Monotherapie erhielt.
Insbesondere prämenopausale Frauen könnten von diesem neuen personalisierten Therapieansatz profitieren, da alternative Therapien, wie der Einsatz von Aromatasehemmern, für sie begrenzt sind. Das IKP arbeitet derzeit an einem Konzept zur Arzneimittelzulassung für TAMENDOX, um das bestehende Therapieangebot bei Brustkrebs zu erweitern.
Quellen:
Mürdter, T. E., et al. (2025). Supplementation of Tamoxifen with low-dose Endoxifen in breast cancer patients with impaired tamoxifen metabolism (TAMENDOX): a randomized controlled phase 1/2 trial. Clinical Cancer Research. doi.org/10.1158/1078-0432.ccr-25-2103