Bestimmte Darmbakterien bei Säuglingen können das Risiko verringern, später im Kindesalter Allergien zu entwickeln. Dies ist das Ergebnis neuer Forschungsergebnisse der ALADDIN-Studie am Karolinska Institutet, veröffentlicht in Nature Microbiology.
In den ersten Monaten entwickelt sich die Darmflora eines Kindes rasant. Die Studie verfolgte Kinder von der Geburt bis zum Alter von fünf Jahren, um zu sehen, wie frühe Bakterien mit Allergieantikörpern (IgE) im Blut zusammenhängen.
Die Forscher analysierten mithilfe fortschrittlicher DNA-Technologie eine Reihe von Stuhlproben von Kindern und ihren Müttern und maßen gleichzeitig verschiedene von den Bakterien produzierte Milchsäuren.
Die Ergebnisse waren eindeutig: Kinder, die schon in jungen Jahren einen hohen Anteil an aromatischen Milchsäure produzierenden Bifidobakterien aufwiesen, entwickelten weniger Allergieantikörper. Eines der bedeutendsten war die Milchsäure 4-Hydroxyphenyllactat (4-OH-PLA). Diese Kinder hatten im Alter von zwei Jahren auch ein geringeres Risiko für atopisches Ekzem.
Von den Faktoren, die die „guten“ Bakterien begünstigen, erwiesen sich drei als besonders wichtig: Vaginale Entbindung, ausschließliches Stillen in den ersten zwei Monaten, Kontakt zu älteren Geschwistern in jungen Jahren. Diese Situationen scheinen den schützenden Bifidobakterien dabei zu helfen, sich zu etablieren.
Die Studie zeigt, dass das Vorhandensein einer richtigen Darmflora schon früh im Leben das Risiko von Allergien verringern kann. Wenn wir Wege finden, diese Bakterien bei Säuglingen zu unterstützen, vielleicht durch Ernährung, Stillen oder andere Methoden, könnte dies schließlich zu einem neuen Instrument zur Vorbeugung von Allergien werden.“
Johan Alm, Kinderarzt und Forscher in der Abteilung für klinische Forschung und Ausbildung, Södersjukhuset, Karolinska Institutet
In Laborexperimenten konnten die Forscher zeigen, dass die Milchsäure 4-OH-PLA die IgE-Produktion in Immunzellen um etwa 60 Prozent reduzierte. Dies deutet darauf hin, dass die Bakterien nicht nur „vorhanden“ sind, sondern das Immunsystem aktiv beeinflussen.
Die Studie ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Karolinska Institutet, der Technischen Universität Dänemark und mehreren internationalen Forschungsgruppen. Die Studie wurde unter anderem vom Schwedischen Forschungsrat, der Region Stockholm und mehreren Stiftungen finanziert.
Quellen:
Myers, P. N., et al. (2026). Early-life colonization by aromatic-lactate-producing bifidobacteria lowers the risk of allergic sensitization. Nature Microbiology. DOI: 10.1038/s41564-025-02244-9. https://www.nature.com/articles/s41564-025-02244-9


