Neugeborenes EOS, eine schwere Blutkreislaufinfektion, die innerhalb der ersten drei Lebenstage auftritt, ist weltweit eine der Hauptursachen für Erkrankungen und Todesfälle bei Säuglingen. Da klinische Merkmale wie schlechte Nahrungsaufnahme, Atemprobleme oder Lethargie unspezifisch sind, verlassen sich Ärzte häufig auf Labormarker wie das C-reaktive Protein (CRP), um zu entscheiden, welche Neugeborenen möglicherweise dringend Antibiotika benötigen. Obwohl CRP-Messungen einen hohen negativen Vorhersagewert für Sepsis haben, sind die optimalen Grenzwerte für die ersten drei Lebenstage noch nicht vollständig geklärt.

Um den diagnostischen Nutzen von CRP für EOS zu bewerten und die Grenzwerte zu bestimmen, führte ein Forscherteam unter der Leitung von Professor Hugh Simon Lam von der Abteilung für Pädiatrie der Chinesischen Universität Hongkong, Sonderverwaltungszone Hongkong, China, eine multizentrische retrospektive Studie mit groß angelegten, bevölkerungsbasierten Daten durch. Die Studie wurde im Journal of veröffentlicht Pädiatrische Untersuchung am 24. Oktober 2025.

Unsere Studie ist die erste bevölkerungsbasierte Studie, die bewertet, wie gut CRP-Tests EOS bei Neugeborenen identifizieren können, und die Schwankungen der CRP-Werte in einer realen Umgebung hervorhebt.“

Prof. Hugh Simon Lam, Abteilung für Pädiatrie, Chinesische Universität Hongkong, Sonderverwaltungszone Hongkong, China

Mithilfe elektronischer Gesundheitsakten aller öffentlichen Krankenhäuser in Hongkong zwischen 2006 und 2017 untersuchte das Team 100.327 Neugeborene, bei denen innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt und vor der Antibiotikagabe CRP-Werte gemessen wurden. Davon entwickelten 448 Säuglinge ein kulturell bestätigtes EOS und 34 hatten eine Meningitis.

Die Forscher fanden heraus, dass bei gesunden, nicht infizierten Babys der CRP-Spiegel etwa acht Stunden nach der Geburt auf natürliche Weise anstieg und zwischen 24 und 32 Stunden seinen Höhepunkt erreichte. Besonders ausgeprägt war dieser Anstieg bei reifen Babys, deren CRP-Werte deutlich höher waren als die von Frühgeborenen. Aufgrund dieses physiologischen Anstiegs deutet ein hoher CRP-Wert kurz nach der Geburt möglicherweise nicht auf eine Infektion hin.

Bemerkenswert ist, dass der CRP-Test bei Frühgeborenen deutlich bessere Ergebnisse erzielte als bei termingerecht Geborenen. Bei Säuglingen, die vor der 34. Woche geboren wurden, war ein CRP-Wert über 8,0 mg/L nach vier Lebensstunden ein starker Indikator für eine Infektion, da er eine Fläche unter der Receiver-Operating-Characteristic-Kurve von 0,88 zeigte, was auf eine gute diagnostische Leistung hinweist. Aber bei reifen Babys wies derselbe Test zu allen Zeitpunkten eine geringe Sensitivität und Spezifität auf, was darauf hindeutet, dass viele Infektionen übersehen werden konnten, während andere fälschlicherweise vermutet wurden.

Das Team untersuchte auch, ob CRP dabei helfen könnte, das Risiko einer früh einsetzenden Meningitis, einer seltenen, aber verheerenden Infektion des Gehirns, abzuschätzen. Sie fanden heraus, dass ein CRP-Wert über 12,0 mg/L das Meningitis-Risiko am besten vorhersagte, mit starker Spezifität und einem hohen negativen Vorhersagewert, was darauf hindeutet, dass niedrige CRP-Werte dabei helfen könnten, eine Infektion auszuschließen.

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die CRP-Ergebnisse im Kontext des Gestations- und Postnatalalters zu interpretieren, anstatt einen einzigen festen Grenzwert für alle Neugeborenen zu verwenden. Es unterstreicht auch das Risiko einer Fehldiagnose und einer unnötigen Antibiotika-Exposition, wenn CRP wahllos eingesetzt wird, insbesondere bei Frühgeborenen, deren Werte aus nicht infektiösen Gründen wie dem Geburtsvorgang oder mütterlichen Komplikationen ansteigen können. Trotz dieser Einschränkungen hat CRP bei richtiger Interpretation immer noch einen Wert in der Neugeborenenversorgung.

„Obwohl CRP kein perfekter Biomarker für die EOS-Erkennung ist, kann es dennoch dabei helfen, das Infektionsrisiko bei Frühgeborenen einzuschätzen und Klinikern bei der Entscheidung zu helfen, ob weitere Tests auf Meningitis erforderlich sind.“ sagt Prof. Hugh Simon Lam.

Die Ergebnisse legen nahe, dass CRP selektiv bei Frühgeborenen eingesetzt und immer zusammen mit anderen klinischen Symptomen, Risikofaktoren und dem Zeitpunkt der Geburt interpretiert werden sollte. Bis schnellere und präzisere Biomarker verfügbar sind, bleibt CRP ein nützliches, aber begrenztes Instrument beim Neugeborenen-Sepsis-Screening.

„Die Ergebnisse von unserem bevölkerungsbasierte Analyse wird dazu beitragen, diesen einfachen, kostengünstigen und allgemein verfügbaren CRP-Test für das Screening auf Neugeborenensepsis in einem ausgewählten Teil der Neugeborenenpopulation effektiv zu nutzen“, schließt Prof. Hugh Simon Lam.


Quellen:

Journal reference:

Wang, X., et al. (2025). The utility of C‐reactive protein in neonatal early‐onset sepsis screening: A territory‐wide cohort analysis. Pediatric Investigation. doi: 10.1002/ped4.70025. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ped4.70025