Die Elektrokrampftherapie ist eine sichere und wirksame Behandlung für ältere Patienten, die an Depressionen leiden. Laut einer neuen Studie der Universität Örebro führt diese Behandlung häufig zu besseren Ergebnissen als bei jüngeren Patienten und könnte die Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung verringern.

Tor Arnison, ein zugelassener Psychologe und Forscher für klinische Epidemiologie an der Universität Örebro, hat eine Registerstudie mit mehr als 500 Menschen im Alter von 85 Jahren oder älter durchgeführt, die eine Elektrokrampftherapie (ECT) erhalten haben. Diese Patienten wurden mit einer ebenso großen Gruppe jüngerer Patienten sowie einer Gruppe gleichaltriger Personen verglichen, die ebenfalls an Depressionen litten, aber keine EKT erhielten.

Wir wollten Menschen im Alter von 85 Jahren oder älter untersuchen, da sie häufig an Depressionen leiden, aber selten in die Forschung einbezogen werden. Es ist bekannt, dass Medikamente in dieser Altersgruppe mehr Nebenwirkungen verursachen. Gleichzeitig mangelt es an Erkenntnissen darüber, wie wirksam und sicher andere Behandlungsformen wie die EKT für diese Patienten sind.“

Tor Arnison, zugelassener Psychologe und Forscher für klinische Epidemiologie, Universität Örebro

Weniger Nebenwirkungen – und geringerer Bedarf an Krankenhausbehandlungen

Die Ergebnisse zeigen, dass die EKT bei der Behandlung älterer Patienten hochwirksam ist. Etwa Acht von zehn Patienten zeigten eine Besserung und über die Hälfte erholte sich vollständig. „Außerdem mussten sie nach der Behandlung weniger ins Krankenhaus eingeliefert werden als ihre Altersgenossen, die keine EKT erhielten. Die Nebenwirkungen waren relativ gering und bestanden hauptsächlich aus vorübergehender Verwirrtheit oder Auswirkungen auf den Blutdruck“, sagt Tor Arnison.

Er kommt zu dem Schluss, dass die EKT selbst bei den ältesten Patienten eine sichere und wirksame Behandlung ist – und dass sie in dieser Gruppe oft besser funktioniert als bei jüngeren Patienten.

„Fortgeschrittenes Alter allein scheint kein Hemmnis für die ECT zu sein, und schwere psychische Erkrankungen können auch im hohen Alter erfolgreich behandelt werden.“

Wie kann das Gesundheitswesen von Ihrer Forschung profitieren?

„Die Ergebnisse zeigen, dass EKT in dieser Altersgruppe häufiger eingesetzt werden sollte, insbesondere wenn Medikamente nicht helfen oder schwere Nebenwirkungen verursachen. Die Studie kann dazu beitragen, die Zögerlichkeit in der Gesundheitsversorgung zu verringern und den Zugang zu wirksamer Behandlung für die ältesten Patienten zu verbessern“, sagt Tor Arnison.


Quellen:

Journal reference:

Arnison, T., et al. (2025). Electroconvulsive therapy in the oldest-old patients with depression: Response and remission rates, prognostic factors, adverse events and mortality. The American Journal of Geriatric Psychiatry. doi: 10.1016/j.jagp.2025.06.013.https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1064748125003811?via%3Dihub