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In The Lancet Gastroenterology & Hepatology veröffentlichte Forschungsergebnisse liefern belastbare Belege für den Einsatz eines digitalen Visualisierungs- und Entscheidungsunterstützungstools in der kolorektalen (Darm-)Chirurgie. Dies ist das erste Mal, dass ein digitales Entscheidungsunterstützungstool schlüssig nachgewiesen werden konnte, dass es die Ergebnisse bei dieser Art von Operation deutlich verbessert.

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Darmkrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebserkrankung. Eine schwerwiegende Komplikation einer kolorektalen Operation bei der Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten – die Anastomoseninsuffizienz – tritt bei bis zu jedem vierten Patienten nach der Operation auf.

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Die Indocyaningrün-Fluoreszenzangiographie (ICGFA) ist ein digitales Visualisierungstool, mit dem Chirurgen eine wichtige Entscheidung während einer kolorektalen Operation bezüglich der Qualität der Darmsegmente beurteilen können, die nach der Entfernung eines Krebsteils zum Zusammenfügen des Darms verwendet werden. Eine ausreichende Durchblutung ist für die Gewebeheilung von entscheidender Bedeutung, da eine beeinträchtigte Heilung zu Undichtigkeiten führen und eine Sepsis mit erheblicher Morbidität und Mortalität verursachen kann.

Obwohl die Evidenz für den Nutzen von ICGFA bisher vielversprechend war, konnte keine einzelne randomisierte kontrollierte Studie (RCT) einen eindeutigen Beweis für die Nützlichkeit liefern, sodass eine kombinierte RCT-Analyse für fundierte Anwendungsempfehlungen erforderlich war.

Unter der Leitung von Professor Ronan Cahill, Direktor des Centre for Precision Surgery des University College Dublin (UCD), umfasste die heute veröffentlichte Studie eine PRISMA-konforme Metaanalyse von neun RCTs mit 4754 Patienten. Die neue Forschung liefert klare Beweise dafür, dass das Risiko einer Anastomoseninsuffizienz bei Patienten, die sich einer kolorektalen und insbesondere rektalen Krebsoperation unterziehen, durch den Einsatz von ICGFA um 40 % reduziert wird.

Professor Cahill, ordentlicher Professor für Chirurgie an der UCD School of Medicine und am Mater Misericordiae University Hospital, sagte: „Von den breiten Bereichen der Innovationen und Fortschritte in der Darmchirurgie in den letzten 20 Jahren hat sich ICGFA nun als der nützlichste zusätzliche Schritt erwiesen, den Darmchirurgen machen können, um Sicherheit und qualitativ hochwertige Ergebnisse bei Krebs- und anderen Resektionsoperationen zu gewährleisten.“

„Es gibt Chirurgen und Patienten die Gewissheit, dass während der Operation die besten Entscheidungen getroffen werden, und schützt vor dem schrecklichen Auftreten von Anastomosenheilungskomplikationen, die großes Leid verursachen. Spannend ist, dass diese Art der digitalen Entscheidungsunterstützung den Weg für zusätzliche KI-Tools ebnet, die die Chirurgie der nächsten Generation für Patienten voranbringen können, indem sie die individuelle Entscheidungsfindung bei Hochrisikooperationen verbessern.“

Diese Studie markiert einen wichtigen Wendepunkt in der kolorektalen Chirurgie. Die gesammelten randomisierten Beweise zeigen nun deutlich, dass die intraoperative ICG-Fluoreszenzbildgebung die Anastomoseninsuffizienz reduzieren kann, wodurch sich der Schwerpunkt vom Nachweis der Wirksamkeit auf die Implementierung dieser Technologie in der routinemäßigen chirurgischen Praxis verlagert.“

Prof. Jan Watanabe, Co-Autor der Studie, Kansai Medical University, Japan

Co-Autor Prof. David Jayne von der University of Leeds, Großbritannien, sagte: „Frühere Studien haben den Nutzen der ICG-Fluoreszenzangiographie bei der Minimierung von Anastomosenlecks nach Resektionen von Krebs im linken Dickdarm und Rektum hervorgehoben. Diese rechtzeitig und sorgfältig durchgeführte Metaanalyse liefert nun unbestreitbare Beweise für den Nutzen. Sie wird von Klinikern und politischen Entscheidungsträgern als notwendiger Beweis begrüßt, um die Praxis zu ändern und die Belastung dieser lebensbedrohlichen Komplikation für Patienten zu verringern.“

Co-Autorin Dr. Denise Hilling vom Universitätsklinikum Leiden sagte: „Einzelne randomisierte Studien sind eine Herausforderung, aber für die Weiterentwicklung der chirurgischen Versorgung unerlässlich.“ Durch die Zusammenführung aller dieser Studien liefert diese Metaanalyse nun klare Beweise dafür, dass die Fluoreszenzangiographie Anastomosenlecks bei Patienten reduziert, die sich einer linksseitigen und rektalen kolorektalen Operation unterziehen. Anstatt mehr klinische Studien durchzuführen, sollte sich der Schwerpunkt nun auf eine breitere Akzeptanz dieser Technologie bei Chirurgen verlagern, die diese Patientengruppe behandeln.“

Neben allgemein besseren Ergebnissen bietet die ICGFA-Technik nachweislich eine Möglichkeit zur Behebung von Problemen während der Operation, die sonst erst im Nachhinein auftreten würden. Es bietet auch eine Möglichkeit, die Leistung und Entscheidungen eines Chirurgen während des Falles zu dokumentieren.

Die systematische Überprüfung kann nun Klinikern in der Praxis als Leitfaden dienen und als Grundlage für klinische Leitlinien hinsichtlich bewährter Verfahren dienen. Es ebnet auch den Weg für KI- und Entscheidungsunterstützungstools, die auf dem zugrunde liegenden ICGFA-Prinzip und der in dieser Studie bewährten Methode basieren.


Quellen:

Journal reference:

Ryan, É. J., et al. (2026). Indocyanine green fluorescence angiography for anastomotic perfusion assessment in colorectal surgery: a systematic review with meta-analysis, meta-regression, and trial sequential analyses. The Lancet Gastroenterology & Hepatology. DOI: 10.1016/s2468-1253(25)00373-5. https://www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(25)00373-5/fulltext