Ernährungsunsicherheit und Einsamkeit gehen mit einem höheren Risiko chronischer Schmerzen nach einer Operation einher
Laut einer neuen Studie, die auf der Jahrestagung ANESTHESIOLOGY® 2025 vorgestellt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die unter Ernährungsunsicherheit oder Einsamkeit leiden, nach einer Operation viel häufiger chronische Schmerzen entwickeln. Chronische Schmerzen – die drei Monate oder länger anhalten – nach einer Operation sind häufig, insbesondere nach größeren Eingriffen wie Hüft- oder Kniegelenkersatz, und …
Ernährungsunsicherheit und Einsamkeit gehen mit einem höheren Risiko chronischer Schmerzen nach einer Operation einher
Laut einer neuen Studie, die auf der Jahrestagung ANESTHESIOLOGY® 2025 vorgestellt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die unter Ernährungsunsicherheit oder Einsamkeit leiden, nach einer Operation viel häufiger chronische Schmerzen entwickeln.
Chronische Schmerzen – die drei Monate oder länger anhalten – nach einer Operation sind häufig, insbesondere nach größeren Eingriffen wie Hüft- oder Kniegelenkersatz, und betreffen bis zu 30–50 % der chirurgischen Patienten. Soziale Faktoren wie Ernährungsunsicherheit und soziale Isolation können dieses Risiko deutlich erhöhen, fanden die Autoren.
Ein eingeschränkter Zugang zu nahrhafter Nahrung kann die Wundheilung verlangsamen und Entzündungen verstärken, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Schmerzen länger anhalten. Stress durch Einsamkeit kann das Nervensystem überstimulieren und die Schmerzen verstärken. Außerdem kann ein Mangel an sozialer Unterstützung dazu führen, dass Patienten bei Aufgaben wie dem Besorgen von Medikamenten oder der Teilnahme an einer Physiotherapie ohne Hilfe sind, was die Genesungszeit verlängern und die Wahrscheinlichkeit langfristiger Schmerzen erhöhen kann.
Unsere Studie liefert starke Beweise dafür, dass die soziale Situation einer Person für die Genesung möglicherweise genauso wichtig ist wie ihre körperliche Gesundheit. Menschen, denen es an Grundbedürfnissen wie Nahrung und sozialen Kontakten mangelt, sind nach der Operation möglicherweise einem höheren Risiko für langfristige Schmerzen ausgesetzt. Aber Patienten mit starken Unterstützungssystemen – sei es durch Familie, Freunde oder gemeinschaftliche Ressourcen – sind besser geschützt. Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es für medizinisches Fachpersonal ist, über die traditionelle Medizin hinauszuschauen und das gesamte Leben eines Patienten zu betrachten, vom Esstisch bis zum Unterstützungssystem, um die Genesung zu unterstützen.“
Louie Rodriguez, MD, Co-Autorin der Studie und wissenschaftliche Wissenschaftlerin an der University of California, San Diego
Die Forscher analysierten die Daten aus einer Datenbank des National Institutes of Health von 8.065 Patienten, die sich nach dem Jahr 2000 einer Operation unterzogen hatten, vor der Operation keine chronischen Schmerzen hatten, und vervollständigten Umfragedaten zu allen 78 in der Datenbank verfügbaren Fragen zu sozialen Determinanten der Gesundheit. Insgesamt entwickelten 641 Patienten (7,9 %) nach der Operation chronische Schmerzen, die als anhaltende postoperative Schmerzen mindestens ein Jahr nach der Operation definiert wurden.
Ernährungsunsicherheit war der stärkste Prädiktor für chronische Schmerzen, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass betroffene Patienten daran erkrankten, um 83 % höher war als bei Patienten, die zuverlässigen Zugang zu Nahrungsmitteln hatten. Weitere Prädiktoren waren Einsamkeit und der Grad der sozialen Unterstützung, gemessen anhand von acht der 78 Umfragefragen, bei denen die Patienten gebeten wurden, ihre Erfahrungen auf einer Skala von 1 bis 4 zu bewerten.
Bei den Fragen zum Thema Einsamkeit erhöhte jeder weitere Punkt auf der Skala das Risiko chronischer Schmerzen nach einer Operation um 2,1 %. Bei den Fragen zum Grad der sozialen Unterstützung reduzierte jeder zusätzliche Punkt (der eine stärkere soziale Unterstützung widerspiegelt) das Risiko um 3,7 %.
„Patienten sollten wissen, dass die Offenlegung ihrer sozialen und finanziellen Situation ein entscheidender Faktor für ihren Genesungserfolg nach der Operation sein kann“, sagte Rodney Grabriel, MD, MAS, Co-Autor der Studie und außerordentlicher Professor für Anästhesiologie an der University of California, San Diego. „Sie sollten sich in der Lage fühlen, Bedenken hinsichtlich Ernährungsunsicherheit oder mangelnder sozialer Unterstützung mit ihren Ärzten und Krankenschwestern zu besprechen, die ihnen dabei helfen können, Ressourcen wie Lebensmittelhilfeprogramme oder Selbsthilfegruppen zu vernetzen, was die Genesung beschleunigen und das Risiko anhaltender Schmerzen verringern kann.“
Die Forscher fügten hinzu, dass das Screening von Patienten auf diese und andere soziale Faktoren vor der Operation Ärzten dabei helfen kann, frühzeitig einzugreifen und Strategien zur Schmerzbehandlung zu personalisieren. Die Integration dieser Faktoren in Pflegepläne kann ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Genesung und zur Verringerung des Risikos chronischer Schmerzen bei gefährdeten Patienten sein.
Quellen: