Die Zunahme invasiver kosmetischer Eingriffe erfordert eine strengere Regulierung, einen besseren Verbraucherschutz und ein größeres Bewusstsein, um die Patientensicherheit zu schützen und den Kosmetiktourismus einzudämmen, argumentieren Experten Der BMJ Heute.

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Der Weltmarkt für kosmetische Eingriffe wächst rasant und wird bis 2033 voraussichtlich 180 Milliarden US-Dollar überschreiten, stellen Danielle Griffiths von der University of Liverpool und Kollegen fest.

Bei invasiven kosmetischen Eingriffen werden typischerweise Instrumente oder Geräte in den Körper eingeführt (z. B. Bauchdeckenstraffung und Brustvergrößerung), während nicht-chirurgische Eingriffe minimalinvasiv sind (z. B. Botox und Hautfüller), erklären sie.

Sie warnen jedoch davor, dass nicht-chirurgische Verfahren immer invasiver werden und die Unterscheidung verwischt. Und obwohl Todesfälle nach wie vor selten sind, deuten die Beweise darauf hin, dass die Schäden zunehmen, insbesondere nach kosmetischen Eingriffen im Ausland.

Die Nebenwirkungen von Botox-Injektionen können von Entzündungen bis hin zu Angstzuständen, trockenen Augen, Sehstörungen oder Nervenschäden reichen, während die häufigsten Komplikationen nach einer Brustoperation oder Bauchdeckenstraffung die Ablösung einer geschlossenen Wunde (Dehiszenz), Infektionen und Serome (flüssigkeitsgefüllte Beulen unter der Haut) sind.

Die berechneten resultierenden Kosten für den NHS schwanken und werden wahrscheinlich unterschätzt, und die Autoren weisen darauf hin, dass es kein landesweites Melde- oder Nachverfolgungssystem für Komplikationen bei privaten kosmetischen Eingriffen gibt, sodass viele nicht gemeldet werden.

Die Regierung habe kürzlich Vorschläge zur Kontrolle unregulierter nicht-chirurgischer kosmetischer Eingriffe im Vereinigten Königreich vorgelegt, schreiben sie, aber die Umsetzung schreite nur langsam voran und es gebe weiterhin erhebliche Lücken mit Auswirkungen auf die Patientensicherheit.

Daher fordern sie die britische Regierung auf, den von Australien und anderen Ländern verabschiedeten Reformen zu folgen, um Patienten zu schützen und den Kosmetiktourismus einzudämmen.

Dazu gehört eine einheitliche Regelung in allen vier britischen Ländern, um sicherzustellen, dass invasive kosmetische Eingriffe mit hohem Risiko (chirurgische und nicht-chirurgische) nur von ausgebildeten medizinischen Fachkräften mit standardisierten Qualifikationen und Aufsicht durchgeführt werden.

Ein einziger Satz von Leitlinien für nicht-chirurgische kosmetische Eingriffe, der für alle registrierten Ärzte gilt, sollte auch die Anforderungen an Schulung, Beurteilung, Beratung und Einwilligung detailliert beschreiben.

Und umfassendere Interventionen, einschließlich öffentlicher Aufklärung, Werbekontrollen und akkreditierter Register, seien unerlässlich, um zuverlässige Informationen, realistische Erwartungen und einen sicheren Zugang zu kosmetischen Eingriffen zu gewährleisten, kommen sie zu dem Schluss.


Quellen:

Journal reference:

Griffiths, D., et al. (2026) Regulating invasive cosmetic procedures to reduce harm. The BMJ. DOI: 10.1136/bmj-2026-086763. https://www.bmj.com/content/392/bmj-2025-086763