Die Beziehung zwischen sozialen Verbindungen und kognitiven Fähigkeiten

Die Beziehung zwischen sozialen Kontakten und kognitiven Fähigkeiten ist komplex, insbesondere während der Zeit der Perimenopause, wenn Frauen von der reproduktiven Phase in die Menopause übergehen. Eine neue Studie legt nahe, dass Einsamkeit und soziale Isolation nicht nur unabhängig mit einem subjektiven kognitiven Rückgang während der Perimenopause verbunden sind, sondern auch eine gemeinsame Beziehung aufweisen. Die Ergebnisse der Studie wurden heute online in Menopause, der Zeitschrift der Menopause-Gesellschaft, veröffentlicht.

Was ist Perimenopause?

Die Perimenopause tritt typischerweise im Alter zwischen 45 und 55 Jahren auf und ist eine Zeit zahlreicher Veränderungen aufgrund eines allmählichen Rückgangs der Eierstockfunktion und schwankender Östrogenspiegel. Häufige körperliche Symptome sind Hitzewallungen und Schlafstörungen. Auch signifikante emotionale und kognitive Veränderungen treten auf, die das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Verarbeitungsgeschwindigkeit einer Frau beeinflussen.

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Die Wichtigkeit der Identifizierung von Hochrisikogruppen

Die Identifizierung von Frauen mit hohem Risiko für subjektiven kognitiven Rückgang ist von großer gesundheitlicher Bedeutung, um frühzeitig Maßnahmen zur Minderung der kognitiven Verschlechterung zu ergreifen. In einer neuen Studie, an der über 900 perimenopausale Frauen beteiligt waren, wollten die Forscher die unabhängigen und gemeinsamen Zusammenhänge von Einsamkeit und sozialer Isolation mit dem subjektiven kognitiven Rückgang bei perimenopausalen Frauen klären.

Was sind Einsamkeit und soziale Isolation?

  • Einsamkeit: Ein subjektives Gefühl der Unzufriedenheit mit bestehenden sozialen Beziehungen und einem wahrgenommenen Mangel an emotionaler Verbindung.
  • Soziale Isolation: Ein objektiver Zustand, der durch ein eingeschränktes soziales Netzwerk, seltene soziale Interaktionen und reduzierte soziale Teilhabe gekennzeichnet ist.

Frühere Studien haben gezeigt, dass sowohl Einsamkeit als auch soziale Isolation bedeutende Risikofaktoren für eine Reihe negativer Gesundheitsfolgen sind, einschließlich kognitiven Rückgangs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit. Ihre Rolle bei perimenopausalen Frauen war jedoch nicht klar. Diese Frauen stehen bereits vor mehreren zusätzlichen Stressfaktoren, zusätzlich zu schwankenden Hormonspiegeln, wie z.B. dem Auszug der Kinder ins College, erhöhten Pflegeverantwortungen für ältere Eltern und möglicherweise wechselnden beruflichen Rollen.

Ziele der neuen Studie

Diese neue Studie hatte das spezifische Ziel, Hochrisikogruppen für subjektiven kognitiven Rückgang bei perimenopausalen Frauen anhand einer latenten Klassenanalyse zu identifizieren und die unabhängigen sowie gemeinsamen Zusammenhänge von Einsamkeit und sozialer Isolation mit diesem kognitiven Rückgang weiter zu untersuchen. Dies würde eine gesunde Alterung durch frühzeitige Identifizierung und Intervention bei kognitiver Verschlechterung fördern.

Die Studienergebnisse sind in dem Artikel „Unabhängige und gemeinsame Zusammenhänge von Einsamkeit und sozialer Isolation mit subjektivem kognitiven Rückgang bei perimenopausalen Frauen“ veröffentlicht.

Die Ergebnisse dieser Studie heben die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die kognitive Gesundheit während der Menopause-Übergangsphase hervor und könnten die Entwicklung multidimensionaler psychosozialer Interventionen unterstützen, die Personen mit Risiko für subjektiven kognitiven Rückgang in dieser Zeit ansprechen.

Dr. Stephanie Faubion, medizinische Direktorin, The Menopause Society


Quellen:

Journal reference:

Lin, X., et al. (2026) Independent and joint associations of loneliness and social isolation with subjective cognitive decline in perimenopausal women. Menopause. DOI: 10.1097/GME.0000000000000002763. https://journals.lww.com/menopausejournal/abstract/9900/independent_and_joint_associations_of_loneliness.628.aspx