Eine neue Studie legt nahe, dass Liebende-Güte- und Mitgefühlsmeditation mit der Zeit zu einer Verringerung der Angst führen kann, nicht nur durch längeres Üben, sondern auch durch den Aufbau von Selbstmitgefühl und die Lockerung des Griffs belastender Gedanken.

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In einer kürzlich in der Zeitschrift veröffentlichten Studie Wissenschaftliche BerichteForscher untersuchten, wie die langfristige Praxis der Loving-Kindness and Compassion Meditation (LKCM) die Angst durch Selbstmitgefühl und kognitive Fusion beeinflusst, wobei sie die Rolle der Übungshäufigkeit berücksichtigten.

LKCM-Hintergrund und langfristige Vorteile

Was wäre, wenn Freundlichkeit gegenüber sich selbst die Angst verringern könnte? Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass Achtsamkeit das geistige Wohlbefinden verbessert, ihre langfristigen Vorteile bleiben jedoch unklar. Achtsamkeitsansätze der zweiten Generation wie LKCM gehen über die Beobachtung hinaus und fördern Wärme, Fürsorge und emotionale Belastbarkeit.

Während kurzfristige Vorteile nachgewiesen sind, sind die Belege für eine nachhaltige Praxis uneinheitlich, insbesondere hinsichtlich der Art und Weise, wie Dauer und Häufigkeit die Ergebnisse beeinflussen. Manche Menschen meditieren jahrelang ohne eindeutige psychologische Erfolge, was die Frage aufwirft, was die Wirksamkeit antreibt.

Zu verstehen, wie Meditation funktioniert, kann dabei helfen, ihre Anwendung zu optimieren. Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, wie sich unterschiedliche Übungsroutinen auf die langfristigen Ergebnisse auswirken.

LKCM-Studiendesign und -maßnahmen

Die Studie verwendete ein Querschnittskorrelationsdesign, an dem 60 langjährige LKCM-Praktizierende beteiligt waren, die aus einem Meditationszentrum in Spanien rekrutiert wurden. Die Teilnehmer hatten 2 bis 15 Jahre Erfahrung und übten 1 bis 7 Mal pro Woche für 15 bis 120 Minuten pro Tag.

Die Daten wurden nach ethischer Genehmigung zwischen November und Dezember 2022 über eine Online-Umfrage erhoben.

Die Angst wurde mithilfe der Hospital Anxiety and Depression Scale-Anxiety Subscale (HADS-A) gemessen, während das Selbstmitgefühl mithilfe der Self-Compassion Scale (SCS) bewertet wurde. Die kognitive Fusion wurde mithilfe des Cognitive Fusion Questionnaire (CFQ) gemessen.

Statistische Analysen verwendeten das PROCESS-Makro, um Moderations- und Mediationseffekte zu testen. Als Moderator wurde die wöchentliche Übungshäufigkeit ausgewertet und als Kovariate das Alter einbezogen. Zur Verbesserung der Robustheit wurde Bootstrapping mit 10.000 Samples angewendet.

Selbstmitgefühl, kognitive Fusion und Angst

Die Studie identifizierte einen komplexen Zusammenhang zwischen Meditation und Angst. Jahrelanges Meditieren allein war nicht direkt mit einer geringeren Angst verbunden, was darauf hindeutet, dass die Art und Weise, wie der Einzelne übt, wichtiger sein könnte als die Dauer.

Die wöchentliche Übungshäufigkeit war mit einer Steigerung des Selbstmitgefühls verbunden. Personen, die an zwei oder vier Tagen pro Woche praktizierten, zeigten im Laufe der Zeit eine Zunahme des Selbstmitgefühls, während dieser Zusammenhang bei nahezu täglichen Praktizierenden nicht beobachtet wurde.

Dieses Muster deutet darauf hin, dass Personen, die häufiger praktizieren, möglicherweise früher ein höheres Maß an Selbstmitgefühl erreichen, während diejenigen, die weniger häufig praktizieren, möglicherweise allmählichere Verbesserungen erfahren.

Höheres Selbstmitgefühl war mit einer geringeren kognitiven Fusion verbunden, was bedeutete, dass die Wahrscheinlichkeit geringer war, dass Personen Gedanken als wörtliche Wahrheiten behandelten. Eine geringere kognitive Fusion war wiederum mit einer geringeren Angst verbunden.

Mediationsanalysen zeigten, dass Selbstmitgefühl und kognitive Fusion den Zusammenhang zwischen Meditation und Angst gemeinsam über einen seriellen Weg und nicht unabhängig erklärten.

Übungshäufigkeit und klinische Implikationen

Der indirekte Zusammenhang zwischen Meditation und Angst hing von der Übungshäufigkeit ab, wobei signifikante Auswirkungen bei Personen beobachtet wurden, die zwei oder vier Tage pro Woche praktizierten.

Die deskriptiven Ergebnisse zeigten ein relativ hohes Selbstmitgefühl (71 % der Höchstpunktzahl), eine geringe kognitive Fusion (40 %) und ein niedriges Angstniveau (27,5 %), was auf mögliche Decken- und Bodeneffekte hindeutet.

Insgesamt war die langfristige LKCM-Praxis indirekt durch erhöhtes Selbstmitgefühl und verringerte kognitive Fusion mit geringerer Angst verbunden, und nicht nur durch die Dauer. Die Häufigkeit des Übens schien die Entwicklung dieser Beziehungen im Laufe der Zeit zu beeinflussen.

Diese Ergebnisse stützen nicht die Idee, dass häufigeres Üben immer besser ist. Stattdessen betonen sie die Bedeutung psychologischer Mechanismen wie Selbstmitgefühl und kognitive Flexibilität.

Allerdings schränken das Querschnittsdesign und die ausgewählte Stichprobe den kausalen Rückschluss ein, und die Ergebnisse sollten mit Vorsicht interpretiert werden.


Quellen:

Journal reference:
  • Yela, J. R., Buz, J., Crego, A., Gregoris, L., & Alonso, M. (2026). Frequent loving kindness meditation relates to lower anxiety in long term practitioners through higher self compassion and cognitive fusion. Scientific Reports. DOI: 10.1038/s41598-026-46387-z, https://www.nature.com/articles/s41598-026-46387-z