Eine neue Studie mit mehr als 1.500 Jungen und Männern in Kanada und den Vereinigten Staaten legt nahe, dass soziale Medien eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Absichten zur Verwendung anabol-androgener Steroide (AAS) spielen könnten, insbesondere wenn Benutzer mit Inhalten konfrontiert werden, die sich auf die Muskulatur konzentrieren, und sich online an Körpervergleichen beteiligen.
Die Studie, die auf Daten aus der Studie „The Study of Boys and Men“ (N = 1.515) basiert, untersuchte, wie unterschiedliche Formen der Bildschirmzeit und des Engagements in sozialen Medien bei Teilnehmern, die es noch nie zuvor verwendet hatten, mit der Absicht verbunden waren, AAS zu verwenden. Während die Teilnehmer angaben, durchschnittlich etwa zwei Stunden pro Tag in sozialen Medien zu verbringen, vergleichbar mit der Zeit, die sie mit dem Ansehen von Videos oder dem Surfen im Internet verbringen, stach bei den Ergebnissen die Nutzung sozialer Medien hervor.
Mehr Zeit, die in sozialen Medien verbracht wurde, war deutlich mit einer stärkeren Absicht verbunden, AAS zu nutzen. Auch das Surfen im Internet war mit höheren Absichten verbunden, allerdings war der Zusammenhang geringer. Allerdings ergab die Studie, dass die Dauer allein nicht die ganze Wahrheit sagt.
Der Inhalt und der Kontext der Social-Media-Nutzung waren sogar noch stärker mit AAS-Absichten verbunden.
Teilnehmer, die über mehr Symptome einer Social-Media-Sucht berichteten, hatten eine höhere Absicht, AAS zu nutzen. Ebenso berichteten diejenigen, die sich häufiger muskulöse, schlanke oder athletische männliche Körper sowie Werbung oder Inhalte zur Förderung von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten zum Muskelaufbau ansahen, deutlich stärkere Absichten, AAS zu verwenden. Die stärkste Assoziation zeigte sich bei der Exposition gegenüber Inhalten, die muskelaufbauende Medikamente fördern. Darüber hinaus berichteten junge Männer, die ihren Körper in den sozialen Medien häufig mit denen anderer verglichen, über eine höhere Absicht, AAS zu verwenden.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass wir darüber hinausblicken müssen, wie viel Zeit Jungen und junge Männer online verbringen, um zu verstehen, wie sich ihre Interaktionsmuster auf ihr Gesundheitsverhalten auswirken, einschließlich der Überlegungen zur Verwendung anabol-androgener Steroide.“
Kyle T. Ganson, PhD, MSW, Hauptautor, Assistenzprofessor an der Factor-Inwentash-Fakultät für Sozialarbeit der University of Toronto
AAS bergen potenziell erhebliche Risiken für die körperliche und geistige Gesundheit, darunter Herz-Kreislauf-Komplikationen, hormonelle Störungen, Stimmungsschwankungen und mögliche Abhängigkeit. „Während sich unsere Studie auf die Absichten von Personen konzentrierte, die noch nie AAS konsumiert hatten, verdeutlichen die Ergebnisse, wie Online-Umgebungen Einstellungen prägen können, bevor mit dem Konsum begonnen wird. Daher müssen wir verstehen, was Jungen und Männer sehen, wie oft sie sich mit anderen vergleichen und wie sich das Marketing von Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln in digitalen Räumen normalisiert hat“, sagt Ganson.
Die Forscher betonen, dass Präventionsbemühungen nicht nur die Bildschirmzeit berücksichtigen sollten, sondern auch Medienkompetenz, digitale Marketingpraktiken und den sozialen Druck, der in der Online-Fitnesskultur verankert ist. Ganson bekräftigte: „Wir brauchen Strategien, die Jungen und jungen Männern dabei helfen, Muskelideale und die Förderung von Nahrungsergänzungsmitteln kritisch zu bewerten und gleichzeitig ein gesünderes, flexibleres Verständnis von Männlichkeit und Körperbild zu fördern, was dazu beitragen kann, das Risiko zu verringern.“
Da die Diskussionen über die psychische Gesundheit junger Menschen und das digitale Wohlbefinden weiter zunehmen, liefert diese Studie wichtige Beweise dafür, dass muskulös ausgerichtete Online-Inhalte Entscheidungen über risikoreiche, das Aussehen und die Leistung steigernde Substanzen beeinflussen können.
Quellen:
Ganson, K. T., et al. (2026). Social media engagement and anabolic-androgenic steroid use intentions among boys and men in Canada and the United States. Body Image. DOI: 10.1016/j.bodyim.2026.102057. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1740144526000288?via%3Dihub