Forscher entschlüsseln den Aufbau von Anti-MOG-Antikörpern und ebnen so den Weg für Therapien

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MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankung (MOGAD) ist eine seltene Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Das Blut von Patienten enthält Antikörper gegen Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG), ein Protein in der Myelinschicht, die die Neuronen im Gehirn umgibt. Es wird angenommen, dass diese Antikörper zur Zerstörung dieser Schutzschicht im Gehirn beitragen. Forscher des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Basel und Bonn haben …

Forscher entschlüsseln den Aufbau von Anti-MOG-Antikörpern und ebnen so den Weg für Therapien

MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankung (MOGAD) ist eine seltene Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Das Blut von Patienten enthält Antikörper gegen Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG), ein Protein in der Myelinschicht, die die Neuronen im Gehirn umgibt. Es wird angenommen, dass diese Antikörper zur Zerstörung dieser Schutzschicht im Gehirn beitragen.

Forscher des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Basel und Bonn haben nun in Zusammenarbeit mit der Yale School of Medicine und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) den Bauplan der Anti-MOG-Antikörper entschlüsselt. Die Forscher sehen darin ihre Erkenntnisse zur fehlgeleiteten Immunantwort, die nun in der Fachzeitschrift veröffentlicht wurden Neurologie® Neuroimmunologie und Neuroinflammationals Grundlage für die Entwicklung spezifischer MOGAD-Therapien.

MOGAD ist eine Krankheit, bei der das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper produziert, die auf das MOG-Protein abzielen. Dadurch wird vermutlich die schützende Myelinschicht um die Nervenzellen geschädigt, was zu einer Entzündung im Zentralnervensystem führt. Bisher war es jedoch schwierig, die Mechanismen zu untersuchen, die die Krankheit verursachen, da die Struktur der Anti-MOG-Antikörper unbekannt war. Im Hinblick auf die Therapie ist es wichtig, die Autoimmunerkrankung MOGAD, die in Schüben auftritt und Gehirn, Sehnerv und Rückenmark befallen kann, von der Multiplen Sklerose (MS) abzugrenzen.

Weiße Blutkörperchen enthalten Anweisungen zum Aufbau von MOG-Antikörpern

Dem internationalen Forschungsteam um Prof. Anne-Katrin Pröbstel vom UKB und den Universitäten Basel und Bonn ist es gelungen, MOG-reaktive B-Zellen, die Antikörperfabriken des Immunsystems, im Blut von Patienten zu identifizieren. Diese enthielten die genetischen Anweisungen für die Anti-MOG-Antikörper. „Allein dadurch konnten wir feststellen, dass MOG-Reaktivität in verschiedenen B-Zell-Subtypen vorhanden ist“, sagt Dr. Die beiden Co-Erstautoren der Studie gehören zur Forschungsgruppe von Prof. Pröbstel.

Der genetische Code ermöglichte es den Forschern auch, die Antikörper im Labor herzustellen und ihre Funktionen zu testen. Dabei zeigte sich, dass die Antikörper verschiedene Mechanismen nutzen, um MOG-produzierende Zellen zu eliminieren.

Interessanterweise waren nicht alle MOG-Antikörper bei der Nutzung dieser unterschiedlichen Mechanismen gleichermaßen wirksam. Während dies zum Teil auf die Bindungsfähigkeit der Antikörper zurückzuführen ist, vermuten wir, dass die strukturelle Interaktion zwischen dem MOG-Antigen und dem Antikörper insbesondere für die Aktivierung der Immunkaskade relevant ist.“

Anne-Katrin Pröbstel, Direktorin, Zentrum für Neurologie, Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Diese Studie bestätigt frühere Arbeiten mit Patientenseren und Gehirnautopsien und untermauert damit die Hypothese, dass Anti-MOG-Antikörper zur Entstehung der Krankheit beitragen, die in der Fachsprache Pathogenese genannt wird. Prof. Pröbstel betont: „Das neue Verständnis der Entstehung MOG-reaktiver B-Zellen und Antikörperfunktionen ist wichtig für die Entwicklung maßgeschneiderter Therapien.“


Quellen: