Hintergrund und Ziele

Die Intubation des terminalen Ileums gilt als abschließender Schritt der Koloskopie und wird normalerweise zur Beurteilung des Ileums durchgeführt. Die histologische Untersuchung der Ileumschleimhaut, die bei der terminalen Ileumintubation gewonnen wird, kann eine genaue Diagnose ermöglichen. Es besteht jedoch kein absoluter Konsens darüber, wann eine Ileoskopie und Biopsie versucht werden sollte. Daher wollten wir beurteilen, ob eine terminale Ileumintubation und Biopsie routinemäßig durchgeführt werden sollten.

Methoden

Es wurden systematische Suchen in den Datenbanken PubMed, EMBASE und Cochrane Library sowie im Science Citation Index über die Web of Science-Plattform durchgeführt. Referenzlisten der identifizierten Arbeiten wurden manuell durchsucht. Vom 1. Januar 1971 bis zum 1. Oktober 2025 wurden systematische Suchen durchgeführt. Einbezogen wurden Studien, die über die Intubation des terminalen Ileums und die Biopsie während der Koloskopie berichteten. Fallberichte, Briefe, Rezensionen und Tierstudien wurden ausgeschlossen. Die primären Ergebnisse waren die diagnostische Ausbeute der terminalen Ileumintubation und die Häufigkeit, mit der eine Änderung im Management erforderlich wurde. Die Daten wurden von drei Gutachtern unabhängig voneinander extrahiert.

Ergebnisse

Es wurden 36 Studien eingeschlossen. Die diagnostische Zwischensumme und die Rate der notwendigen Veränderungen waren bei den ausgewählten Patienten viel höher als bei den nicht ausgewählten Patienten (5,1 % gegenüber 2,5 % bzw. 1,5 % gegenüber 0,4 %). Darüber hinaus wurde die diagnostische Ausbeute bei entzündlichen Darmerkrankungen, Anämie, Bauchschmerzen und chronischem Durchfall häufiger gefunden als bei den anderen Indikationen (26,7 %, 16,1 %, 14,9 %, 12,4 % bzw. 3,2 %). Die Ausbeute an ilealer Histopathologie mit normalem endoskopischem Erscheinungsbild war sowohl bei nicht ausgewählten als auch bei ausgewählten Patienten gering (3,5 % bzw. 2,4 %).

Schlussfolgerungen

Die terminale Ileumintubation ist der Goldstandard für den Abschluss einer Koloskopie. Es spielt eine entscheidende Rolle im Diagnoseprozess. Wir empfehlen, die TI-Intubation als Standardpraxis zu übernehmen und bei allen Patienten mit Fotodokumentation zu versuchen. In Fällen mit abnormalen Schleimhautbefunden oder Warnsymptomen – insbesondere Durchfall, Verdacht auf IBD, Bauchschmerzen oder Anämie – sollte eine Biopsie durchgeführt werden.

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Quellen:

Journal reference:

Qiao, J., et al. (2025). Terminal Ileum Intubation and Biopsy in Routine Colonoscopy Practice – A Systematic Review of Current Evidence. Cancer Screening and Prevention. DOI: 10.14218/csp.2025.00021. https://www.xiahepublishing.com/2835-3315/CSP-2025-00021