Jeden Abend kleinen Kindern vorzulesen fördert das Einfühlungsvermögen und das kreative Denken

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Eine kurze, familienfreundliche Leseroutine vor dem Schlafengehen förderte bei kleinen Kindern das kognitive Einfühlungsvermögen und die Kreativität, und einfache Denkpausen gaben der Fantasie zusätzlichen Auftrieb. Studie: Behalten Sie die Gute-Nacht-Geschichte bei: Ein tägliches Leseritual fördert das Einfühlungsvermögen und die Kreativität von Kindern. Bildnachweis: Pixel-Shot/Shutterstock.com In einer aktuellen Studie veröffentlicht in PLUS EinsForscher untersuchten die Wirkung …

Jeden Abend kleinen Kindern vorzulesen fördert das Einfühlungsvermögen und das kreative Denken

Eine kurze, familienfreundliche Leseroutine vor dem Schlafengehen förderte bei kleinen Kindern das kognitive Einfühlungsvermögen und die Kreativität, und einfache Denkpausen gaben der Fantasie zusätzlichen Auftrieb.

Studie: Behalten Sie die Gute-Nacht-Geschichte bei: Ein tägliches Leseritual fördert das Einfühlungsvermögen und die Kreativität von Kindern. Bildnachweis: Pixel-Shot/Shutterstock.com

In einer aktuellen Studie veröffentlicht in PLUS EinsForscher untersuchten die Wirkung täglicher Leseroutinen auf die Kreativität und das Einfühlungsvermögen sechs- bis achtjähriger Kinder.

Sie fanden heraus, dass das tägliche Lesen unabhängig vom Lesestil mit Verbesserungen der kognitiven Empathie und Kreativität bei Kindern vor und nach der Intervention verbunden war. Reflexionspausen führten außerdem zu zusätzlichen, gezielten Vorteilen für die kreative Geläufigkeit.

Gemeinsames Lesen fördert die Fantasie

Empathie ist eine mehrdimensionale Fähigkeit, die sowohl das Verstehen der Gedanken anderer (kognitive Empathie) als auch das Teilen der Gefühle anderer (emotionale Empathie) beinhaltet. Es entwickelt sich schon früh in der Kindheit durch soziale Interaktionen und Lernerfahrungen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Kreativität und Empathie bei jungen Menschen nachlassen, was möglicherweise mit Veränderungen in der Nutzung von Technologie, der Bildung und dem Lebensstil zusammenhängt. Da Empathie das emotionale Wohlbefinden, die soziale Bindung und den schulischen Erfolg unterstützt, wird es immer wichtiger, einfache, wirksame Wege zu finden, diese schon früh im Leben zu fördern.

Frühere Studien deuten darauf hin, dass Empathie formbar ist und durch Erfahrung gestärkt werden kann, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit den Perspektiven anderer. Das Vorlesen von Belletristik für Kinder ist ein vielversprechender Weg, da es die Identifikation mit Charakteren, das Verständnis von Emotionen und die Reflexion sozialer Situationen fördert. Kreativität und Empathie sind ebenfalls eng miteinander verbunden und verlassen sich gemeinsam auf Vorstellungskraft und flexibles Denken.

Testen einer zweiwöchigen Leseintervention vor dem Schlafengehen

Forscher untersuchten, ob eine kurze tägliche Leseroutine vor dem Schlafengehen die Kreativität und Empathie bei Kindern in der sensiblen Entwicklungsphase zwischen sechs und acht Jahren steigern kann.

An der Studie nahmen 41 Kinder aus Zentral-Virginia sowie ihre Betreuer teil. Die Kinder wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Bedingungen zugeordnet: einer Vorlesegruppe, in der die Betreuer ohne Unterbrechung Bilderbücher lasen, oder einer Pausengruppe, in der die Betreuer während einer Geschichte einmal innehielten, um reflektierte Fragen zu den Gefühlen und Handlungen der Figur zu stellen. Die Intervention dauerte zwei Wochen, wobei jedes der sieben enthaltenen Bücher zweimal gelesen wurde.

Die Empathie wurde vor und nach der Intervention mithilfe einer an Kinder angepassten Version des Interpersonal Reactivity Index gemessen, wobei kognitive Empathie, emotionale Empathie und fantasiebasierte Perspektivenübernahme bewertet wurden. Die Antworten wurden auf eine dreistufige verbale Skala vereinfacht, um eine entwicklungsgerechte Angemessenheit sicherzustellen. Die Kreativität wurde anhand einer Aufgabe bewertet, die sowohl die kreative Geläufigkeit (die Anzahl der generierten Ideen) als auch die Originalität misst.

Die Bewertungen wurden individuell von geschulten Forschern durchgeführt. Zu den statistischen Analysen gehörten gemischte Varianzanalysen (ANOVA) und ordinale Mixed-Effects-Modelle, um Veränderungen im Zeitverlauf und Unterschiede zwischen Gruppen zu untersuchen, mit Korrekturen für mehrere Vergleiche. Zusätzliche Analysen prüften, ob Merkmale des Kindes wie Alter, Geschlecht oder frühere Lesegewohnheiten die Ergebnisse beeinflussten.

Allein das Lesen steigerte Empathie und Kreativität

Die meisten Familien berichteten vor der Studie von regelmäßigen Lesegewohnheiten. Entgegen der primären Hypothese zeigten Kinder in der Pausengruppe im Vergleich zur Vorlesegruppe insgesamt keine signifikant größeren Zuwächse an Empathie oder Kreativität. Allerdings wurden in beiden Gruppen vom Ausgangswert bis zum Follow-up signifikante Verbesserungen in Bezug auf kognitives Einfühlungsvermögen, Gesamteinfühlungsvermögen, kreative Geläufigkeit und kreative Originalität beobachtet. Die emotionale Empathie veränderte sich im Laufe der zwei Wochen nicht wesentlich.

Eine bemerkenswerte Ausnahme ergab sich bei der kreativen Geläufigkeit: Kinder in der Pausengruppe zeigten im Laufe der Zeit deutlich größere Fortschritte als diejenigen in der Lesegruppe, was darauf hindeutet, dass reflektierende Fragen die Ideengenerierung verbessern können, wenn sie über mehrere Lesevorgänge hinweg wiederholt werden. Auch die fantasiebasierte Empathie zeigte in der Pausengruppe eine größere Verbesserung, wenn Unterschiede zwischen den Kindern, wie Geschlecht und frühere Leseerfahrung, berücksichtigt wurden.

Moderatoranalysen zeigten, dass das Alter einige Ergebnisse beeinflusste, wobei ältere Kinder niedrigere Originalitätswerte aufwiesen als jüngere Kinder. Eine Post-hoc-Leistungsanalyse ergab, dass die Studie ausreichend aussagekräftig war, um große Effekte zu erkennen, aber wahrscheinlich zu wenig aussagekräftig für kleinere empathiebezogene Unterschiede. In der Praxis bedeutet dies, dass die Studie eher dazu geeignet war, wesentliche Veränderungen als subtile Unterschiede zwischen Lesestilen zu identifizieren. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass allein das tägliche Lesen Empathie und Kreativität fördert, wobei reflektierende Pausen gezielte Vorteile für die kreative Geläufigkeit bieten.

Warum gemeinsames Lesen wichtiger sein kann als Technik

Diese Studie legt nahe, dass eine kurze, konsequente Leseroutine vor dem Schlafengehen die Entwicklung von Empathie und Kreativität bei kleinen Kindern über einen kurzen Zeitraum sinnvoll unterstützen kann.

Verbesserungen der Kreativität und des kognitiven Einfühlungsvermögens in beiden Gruppen lassen darauf schließen, dass gemeinsames Lesen selbst wertvolle Möglichkeiten zur Perspektivenübernahme und zum fantasievollen Engagement bietet. Reflexionspausen verbesserten nicht das Einfühlungsvermögen über das bloße Lesen hinaus, führten jedoch zu zusätzlichen Steigerungen der kreativen Geläufigkeit, was die Rolle der gesteuerten Vorstellungskraft bei der Ideengenerierung hervorhob.

Zu den Stärken der Studie zählen ihre ökologische Validität, entwicklungsgerechte Maßnahmen und der Fokus auf eine praktische, familienfreundliche Intervention. Zu den Einschränkungen zählen jedoch das Fehlen einer Kontrollgruppe ohne Lesekompetenz, eine kleine und sozioökonomisch homogene Stichprobe und eine kurze Interventionsdauer. Diese Faktoren schränken kausale Schlussfolgerungen und Generalisierbarkeit ein.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das tägliche gemeinsame Lesen, unabhängig davon, ob reflektierende Fragen enthalten sind oder nicht, eine einfache und zugängliche Strategie zur Förderung von Empathie und Kreativität in der frühen Kindheit ist. Die Ergebnisse sollten jedoch als vorläufige und nicht als endgültige Beweise für Ursache und Wirkung interpretiert werden.

Zukünftige Studien können die Wirkung sinnvoller Gespräche mit Betreuern, die Bedeutung von Körperkontakt oder anderen Arten der Interaktion von Kindern mit Erwachsenen in ihrem Leben untersuchen und auch untersuchen, ob diese Vorteile über die Zeit anhalten und ihnen letztendlich dabei helfen, in der realen Welt kreatives Denken und prosoziales Verhalten an den Tag zu legen.

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