Wiederkehrendes Keuchen, eine Atemwegserkrankung, wird durch eine Verengung der Atemwege verursacht und betrifft vor allem Kinder unter 5 Jahren. Die multifaktoriellen Ursachen für wiederkehrendes Keuchen stellen eine Herausforderung für die Diagnose und Behandlung dar. Daher stehen Kinderärzten keine standardisierten, evidenzbasierten klinischen Leitlinien zur Behandlung von wiederkehrendem Keuchen bei Säuglingen und Kleinkindern zur Verfügung.
Um diese Wissenslücke zu schließen, berief das Komitee für Pädiatrie der China Medical Education Association eine Gruppe von Experten ein, darunter Experten aus der pädiatrischen Atemwegsmedizin und Allergologie, um standardisierte Richtlinien für die Behandlung von wiederkehrendem Keuchen bei Säuglingen und Kleinkindern zu empfehlen. Diese Richtlinien wurden in der Zeitschrift veröffentlicht Pädiatrische Untersuchung am 5. März 2026.
Unter der Leitung von Professor Kunling Shen, einem führenden Experten für pädiatrische Atemwegsmedizin vom National Center for Children’s Health, Peking, und Professor Yunxiao Shang vom Shengjing Hospital der China Medical University, China, zielen die Leitlinien darauf ab, Ärzten standardisierte Protokolle zur Verfügung zu stellen, um die diagnostische Genauigkeit und therapeutische Wirksamkeit bei der Behandlung pädiatrischer Patienten mit wiederkehrendem Keuchen zu verbessern.
Prof. Shen erläuterte die Gründe für die Entwicklung dieser Leitlinien und bemerkte: „Evidenzbasierte Leitlinien sind von entscheidender Bedeutung für die wirksame Behandlung von Krankheiten, insbesondere solchen mit multifaktoriellen Ursachen wie wiederkehrendem Keuchen. Die Erstellung von Leitlinien kann Kinderärzten dabei helfen, therapeutische und präventive Strategien einheitlich umzusetzen und so die klinischen Ergebnisse der Patienten zu verbessern.“
Als erster Schritt zur Entwicklung von Leitlinien wurden zwei wichtige Definitionen festgelegt. Wiederkehrendes Keuchen wurde als drei oder mehr Keuchepisoden definiert, wobei jede Episode durch ein asymptomatisches Intervall von 7 Tagen getrennt war. Mittlerweile wurden Säuglinge und Kleinkinder als Personen im Alter zwischen 29 Tagen und 3 Jahren definiert. Als Nächstes wurden Definitionen für die Klassifizierung von wiederkehrendem Keuchen bereitgestellt, die auf der Manifestation der Symptome (episodisches virales Keuchen, Keuchen mit mehreren Auslösern und nicht klassifiziertes Keuchen) und immunologischen Reaktionen (allergisches Keuchen und nicht allergisches Keuchen), dem Erkrankungsalter (vorübergehendes frühes Keuchen, früh einsetzendes anhaltendes Keuchen und spät einsetzendes Keuchen) und dem Schweregrad (leichtes Keuchen) basierten und starkes Keuchen).
Das Expertengremium empfahl verschiedene Richtlinien zur Diagnose von wiederkehrendem Keuchen. Die Erfassung der klinischen Anamnese und die körperliche Untersuchung sind die wichtigsten ersten Schritte für die Diagnose. Labortests (z. B. Eosinophilenzahl und Allergentests), Thorax-Bildgebung, Lungenfunktionstests und die Analyse des fraktionierten ausgeatmeten Stickoxids waren dringend empfohlene diagnostische Untersuchungen. Virusinfektionen sind die häufigste Ursache für wiederkehrendes Keuchen bei Säuglingen und Kleinkindern. Die Richtlinien empfehlen auch Tests auf häufige Atemwegserreger wie das Respiratory Syncytial Virus, das Rhinovirus und das humane Metapneumovirus. Neben viralen Krankheitserregern betonen die Leitlinien die Notwendigkeit von Tests auf Infektionen durch Bakterien wie Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae. Zu den weiteren empfohlenen Zusatztests zur Diagnose wiederkehrenden Keuchens gehören Ösophagus-pH-Tests, Bronchoskopie, Beurteilung der Schluckfunktion und Gentests.
Die Behandlung von wiederkehrendem Keuchen kann auch durch Tests auf entzündliche Typ-2-Erkrankungen, Umweltbewertung, Ernährungsbewertung und die Erstellung eines langfristigen Nachsorgeplans verbessert werden. Gemäß den vorgeschlagenen Richtlinien basiert die Behandlung wiederkehrenden Keuchens auf dem Prinzip „Bewertung – Diagnose – Behandlung – Neubewertung – Neudiagnose“. Die Empfehlungen für den Einsatz von Immunmodulatoren, Vitamin D, Probiotika, LTRAs und Antihistaminika als Prophylaxemittel sind in den Leitlinien schwach. Um die Prognose von wiederkehrendem Asthma vorherzusagen, werden Asthma-Vorhersagetools und langfristige Beurteilungen der Lungenfunktion dringend empfohlen. Prof. Shang erklärt die Anwendung dieser Richtlinien: „Das Fehlen standardisierter Richtlinien zur Behandlung von wiederkehrendem Keuchen bei Säuglingen und Kleinkindern hat zu einer inkonsistenten Umsetzung therapeutischer und präventiver Strategien geführt, was zu einer schlechten Lebensqualität geführt hat. Die von uns entwickelten Leitlinien können einen Rahmen für die Verbesserung der Behandlung von wiederkehrendem Keuchen bei Säuglingen und Kleinkindern weltweit bieten.“
Quellen:
Committee of Pediatrics., et al. (2026) Evidence‐based guideline for clinical practice in the diagnosis, treatment, management, and prevention of recurrent wheezing in infants and toddlers in China. Pediatric Investigation. DOI: 10.1002/ped4.70046. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ped4.70046