Forscher identifizieren vier unterschiedliche Profile der nonverbalen Lernbehinderung
Eine Studie veröffentlicht in JAMA-Netzwerk geöffnet identifiziert vier unterschiedliche Profile der nonverbalen Lernbehinderung (NVLD) und liefert Beweise, die dabei helfen können, diagnostische Kriterien zu verfeinern und individuellere Ansätze für die Betreuung von Kindern und Familien zu leiten. Unter der Leitung von Dr. Amy Margolis von der Ohio State University in Zusammenarbeit mit Forschern des Child …
Forscher identifizieren vier unterschiedliche Profile der nonverbalen Lernbehinderung
Eine Studie veröffentlicht in JAMA-Netzwerk geöffnet identifiziert vier unterschiedliche Profile der nonverbalen Lernbehinderung (NVLD) und liefert Beweise, die dabei helfen können, diagnostische Kriterien zu verfeinern und individuellere Ansätze für die Betreuung von Kindern und Familien zu leiten.
Unter der Leitung von Dr. Amy Margolis von der Ohio State University in Zusammenarbeit mit Forschern des Child Mind Institute analysierte die Studie Daten von 180 Kindern. Die Ergebnisse zeigten, dass es sich bei NVLD nicht um eine einheitliche Erkrankung handelt, sondern dass sie sich auf vielfältige Weise manifestiert, wobei jedes Profil mit unterschiedlichen Stärken und Herausforderungen verbunden ist. Diese Ergebnisse verleihen den jüngsten Vorschlägen zur Neukonzeptualisierung der Erkrankung als entwicklungsbedingte visuell-räumliche Störung (Developmental Visual-Spatial Disorder, DVSD) Gewicht und spiegeln ihr Kerndefizit im visuell-räumlichen Denken wider.
Diese Forschung liefert wichtige Beweise für unser Verständnis von NVLD. Wir haben herausgefunden, dass das, was oft als eine einzelne Erkrankung angesehen wird, tatsächlich mehrere Profile mit jeweils unterschiedlichen Stärken und Schwachstellen widerspiegeln kann. Diese Variation muss unbedingt berücksichtigt werden, wenn es um Screening, Erkennung und Behandlung geht.“
Dr. Amy Margolis, Hauptautorin, Ohio State University
Heterogenität weist auf Präzisionsansätze hin
Die Studie ergab, dass drei der vier Profile NVLD mit deutlichen visuell-räumlichen Defiziten widerspiegelten, während ein Profil keine spezifischen Beeinträchtigungen aufwies – was darauf hindeutet, dass die aktuellen Forschungskriterien möglicherweise zu weit gefasst sind.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:
- Vier unterschiedliche NVLD-Profile mit einzigartigen Mustern der visuell-räumlichen Fähigkeiten, der akademischen Leistung und der psychiatrischen Symptome
- Unterschiedliche Risiken für häufig gleichzeitig auftretende Erkrankungen wie Angstzustände, Aufmerksamkeitsprobleme und Lernstörungen
- Hinweise darauf, dass eine auf das NVLD-Profil eines Kindes zugeschnittene Diagnose und Unterstützung die Erkennung und Behandlung verbessern könnte
„Diese Ergebnisse weisen auf das Potenzial für eine präzisere Diagnose und eine individuellere Behandlungsplanung hin“, sagte Dr. Michael Milham, leitender Co-Autor und Chief Science Officer am Child Mind Institute. „Sie unterstreichen, wie wichtig es ist, für diese Kinder über einheitliche Ansätze hinauszugehen.“
Die Rolle des NVLD-Projekts
Diese Forschung wurde durch die großzügige Unterstützung des NVLD-Projekts ermöglicht, einer philanthropischen Initiative, die sich der Förderung der Anerkennung, Forschung und Pflege von NVLD widmet.
„Das NVLD-Projekt ist stolz darauf, Forschung zu unterstützen, die dringend benötigte Klarheit zu diesem übersehenen Zustand bringt“, sagte Laura Lemle, Gründerin des NVLD-Projekts. „Familien kämpfen seit langem mit inkonsistenten Definitionen und begrenzten Ressourcen. Studien wie diese bringen uns einer genauen Diagnose und wirksamen Unterstützung für Kinder mit NVLD näher.“
Einschränkungen und zukünftige Richtungen
Die Autoren weisen darauf hin, dass in dieser Studie die Diagnosen auf Testergebnissen und nicht auf klinischen Interviews beruhten und die Stichprobe nicht vollständig repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung war. Zukünftige Studien sollten klinische Bewertungen umfassen und untersuchen, wie sich verschiedene NVLD-Profile mit gleichzeitig auftretenden Erkrankungen überschneiden.
Quellen:
Margolis, A. E., et al. (2025). Profiles in Nonverbal Learning Disability, Academic Skills, and Psychiatric Diagnoses in Children. JAMA Network Open. doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2025.33848