Hintergrund und Ziele

Bakterielle Infektionen (BIs) sind häufige und schwerwiegende Komplikationen bei Patienten mit Leberzirrhose, es liegen jedoch nur begrenzte globale Daten vor. Hier wollten wir die globale Prävalenz, zeitliche Veränderungen und das damit verbundene Mortalitätsrisiko von BIs bei Leberzirrhose bewerten.

Methoden

Wir durchsuchten PubMed, Embase, Web of Science und die Cochrane Library systematisch nach geeigneten Studien, die bis zum 11. August 2025 ohne Sprachbeschränkungen veröffentlicht wurden. Für Metaanalysen, Metaregressionen nach Studienjahr und die Zusammenfassung angepasster Hazard Ratios wurde ein Random-Effects-Modell verwendet.

Ergebnisse

Neunundfünfzig Studien, darunter 1.191.421 Patienten mit Leberzirrhose, wurden analysiert. Die gepoolte Prävalenz von BIs (33 Studien) betrug 35,1 % (95 %-Konfidenzintervall (KI): 29,2–41,4). Die Prävalenz von Escherichia coli Und Streptokokken spp. betrug 3,8 % (95 %-KI: 2,5–5,2) bzw. 1,5 % (95 %-KI: 0,8–2,6). Die gepoolte Prävalenz multiresistenter Bakterien betrug 6,8 % (95 %-KI: 4,0–11,3). Die häufigsten BI-Stellen waren der Magen-Darm-Trakt, die Aszitesflüssigkeit und der Harntrakt. Die höchste Prävalenz von BIs wurde in Europa (38,2 %; 95 %-KI: 24,8–53,6) gemeldet, gefolgt von Südamerika (37,5 %; 95 %-KI: 29,7–46,1) und Asien (22,8 %; 95 %-KI: 16,3–30,9). Patienten mit akutem oder chronischem Leberversagen zeigten die höchste Prävalenz von BIs (44,2 %; 95 %-KI: 29,7–59,8). Im Laufe der Zeit wurde ein leicht steigender Trend bei der BI-Prävalenz beobachtet. BIs waren mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko bei Patienten mit Zirrhose verbunden (angepasste Hazard Ratios 2,22, 95 %-KI 1,33–3,71).

Schlussfolgerungen

BIs kommen bei Patienten mit Leberzirrhose häufig vor und zeigen im Laufe der Zeit einen leichten Aufwärtstrend, wobei die höchsten Belastungen bei ACLF beobachtet werden und es deutliche regionale Unterschiede gibt. Gastrointestinale Infektionen, SBP und Harnwegsinfektionen überwiegen, gramnegative Organismen sind häufiger als grampositive Organismen und MDR-Erreger sind von Bedeutung. Wichtig ist, dass Infektionen mit einer höheren Mortalität verbunden sind, was die Notwendigkeit verbesserter diagnostischer Ansätze und standardisierter Forschungsrahmen unterstreicht, um klarere Leitlinien für die klinische Behandlung von Patienten mit Leberzirrhose zu liefern.


Quellen:

Journal reference:

Tian, Y.-X., et al. (2025). Global Prevalence, Temporal Trends, and Associated Mortality of Bacterial Infections in Patients with Liver Cirrhosis: A Meta-analysis. Journal of Clinical and Translational Hepatology. doi: 10.14218/jcth.2025.00260. https://www.xiahepublishing.com/2310-8819/JCTH-2025-00260