Heute hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern und Unterstützern Version 2.0 des Epidemic Intelligence from Open Sources (EIOS)-Systems auf den Markt gebracht, das weltweit zur Früherkennung von Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit eingesetzt wird. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 ist die Initiative stetig gewachsen und wird mittlerweile von mehr als 110 Mitgliedsstaaten und rund 30 Organisationen und Netzwerken weltweit genutzt.
Das Update umfasst neue Datenquellen und verbesserte Funktionalitäten, einschließlich der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI).
EIOS ist die weltweit führende Initiative für Open-Source-Informationen für die Entscheidungsfindung im Bereich der öffentlichen Gesundheit und findet am WHO-Hub für Pandemie- und Epidemie-Intelligenz in Berlin statt. Es hilft Gesundheitsteams dabei, täglich potenzielle Bedrohungen zu erkennen und darauf zu reagieren, indem es große Mengen öffentlich verfügbarer Informationen nahezu in Echtzeit analysiert.
Heute feiern wir nicht nur die Einführung einer neuen Version eines Systems, wir treten in eine neue Phase der weltweiten Zusammenarbeit, Innovation und Reaktion auf Gesundheitsbedrohungen ein. Die EIOS-Systemversion 2.0 ist unsere Brücke in die Zukunft: offener, agiler und integrativer.“
Dr. Chikwe Ihekweazu, Exekutivdirektor des WHO-Programms für gesundheitliche Notfälle
Jüngste Gesundheitsnotfälle wie die COVID-19-Pandemie sowie die Ausbrüche von Mpox und Vogelgrippe haben gezeigt, wie wichtig die Früherkennung ist, um zu verhindern, dass Ausbrüche zu globalen Krisen eskalieren. Mit Version 2.0 sind Gesundheitsexperten auf der ganzen Welt nun besser in der Lage, neue Gesundheitsbedrohungen schnell zu erkennen und laufende Ereignisse zu überwachen, unabhängig davon, ob sie mit Konflikten, dem Klimawandel oder neuen und wieder auftretenden Krankheitserregern zusammenhängen.
Erweiterte Funktionen
Version 2.0 ist das bedeutendste Upgrade der maßgeschneiderten Technologie und enthält mehrere neue Funktionen:
- Auf Wachstum ausgelegt: Das System wurde umgestaltet, um mehr Quellen zu verarbeiten, mehr Benutzer aufzunehmen und das schnellere Hinzufügen neuer Funktionen zu ermöglichen.
- KI-Integration: Implementierung der neuesten KI-gestützten Tools zur Verbesserung der automatisierten Analyse und Signalerkennung.
- Verschiedene Quellen: Das Tool kann nun weitere Quellen wie Radiosender verarbeiten, die automatisch transkribiert und übersetzt werden.
- Einfachere und mehrsprachige Benutzeroberfläche: Die neue Benutzeroberfläche kann in mehrere Sprachen übersetzt werden, wodurch sie auch für Nicht-Englisch-Sprecher zugänglicher wird. Eine neue Dashboard-Ansicht hilft Benutzern dabei, die relevantesten Berichte schneller zu finden und zu teilen.
- Bessere Zusammenarbeit: Benutzer aus verschiedenen Ländern und Organisationen können Ereignisse jetzt einfacher gemeinsam verfolgen und überwachen.
Die WHO bietet ihren Mitgliedstaaten und berechtigten Organisationen das EIOS-System als öffentliches Gut kostenlos an und unterstützt sie mit Schulungen und Praxisgemeinschaften. Gesundheitsministerien und öffentliche Gesundheitsbehörden nutzen das EIOS-System zur Ergänzung von Informationen, die sie über formelle Kanäle wie Labore und Krankenhäuser erhalten. Das EIOS-System ermöglicht es ihnen, relevante Inhalte von Websites, sozialen Medien und anderen öffentlichen Quellen zu identifizieren, um wichtige Gesundheitsereignisse zu identifizieren, die die Behörden dann überprüfen und bewerten können.
Die neue Version wurde offiziell im WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence in Berlin zusammen mit langjährigen Partnern wie der Bundesregierung und der Europäischen Kommission sowie ihren wichtigsten Kooperationsdiensten, nämlich der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) und der Health Emergency Preparedness and Response Authority (HERA), Innovations- und Entwicklungsmitarbeitern und Mitgliedern der globalen Community of Practice der Initiative und vielen anderen, vorgestellt.
„Bessere Daten – bessere Analysen – bessere Entscheidungen. Wir freuen uns, EIOS 2.0 am WHO-Hub Berlin einzuführen. Dies wird einen Meilenstein zur Beschleunigung der Erkennung, Analyse und Reaktion auf Gesundheitsbedrohungen darstellen“, sagte Nina Warken, die deutsche Bundesgesundheitsministerin. „Da verlässliche Daten und transparente politische Entscheidungsprozesse der Schlüssel zum Aufbau von öffentlichem Vertrauen in Notsituationen sind, freuen wir uns, die EIOS-Initiative und die Kapazitäten des WHO-Hubs in Berlin zu stärken.“
„In der heutigen Gesundheitssicherheitslandschaft ist Zusammenarbeit der Schlüssel für wirksame Vorsorge und Reaktion. Die frühzeitige Erkennung von Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit ist von entscheidender Bedeutung, um zu verhindern, dass neue und neu auftretende Krankheiten endemisch werden oder zu einer Pandemie eskalieren“, sagte Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Vorsorge, Krisenmanagement und Gleichstellung. „Die EU ist stolz darauf, eng mit der WHO zusammenzuarbeiten, um ihr Gesundheitsinformationssystem zu stärken, die Widerstandsfähigkeit zu verbessern und die Bereitschaft zu verbessern. Gemeinsam bauen wir eine sicherere, besser vernetzte und besser vorbereitete globale Gesundheitsgemeinschaft auf.“
Um Mitgliedstaaten und Organisationen bei der Einführung der Version 2.0 zu unterstützen, wurden aktualisierte Leitfäden, mehrsprachige Webinare und Hilfekurse sowie ein in Zusammenarbeit mit der WHO-Akademie entwickelter Online-Schulungskurs zur Verfügung gestellt.
Quellen: