Tausende von Dengue-Prognosemodellen wurden veröffentlicht, aber nur wenige wurden in realen öffentlichen Gesundheitsumgebungen getestet. Jetzt starten Forscher aus den USA und Australien eine Feldstudie in Vietnam, um herauszufinden, ob eine neue Frühwarnplattform frühere Interventionen gegen eine Krankheit unterstützen kann, die laut WHO fast die Hälfte der Weltbevölkerung gefährdet.
Die Southern Cross University (Aus) leitet die zweite Phase dieser mehrjährigen Zusammenarbeit und arbeitet mit der University of Queensland (Aus), der Yale University (USA) und dem vietnamesischen National Institute of Hygiene and Epidemiology zusammen. In dieser Phase lag der Schwerpunkt auf der Umsetzung der prädiktiven Modellierung in E-Dengue – einem benutzerfreundlichen Open-Source-Softwaresystem, das auf die Entscheidungsfindung auf Distriktebene zugeschnitten ist.
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Der Forscher der Southern Cross University, Dr. Vinh Bui, sagte, die Priorität des Teams sei die Entwicklung eines Tools gewesen, das die Mitarbeiter an vorderster Front unter realen Bedingungen nutzen können.
Es gibt Tausende von veröffentlichten Studien zu Dengue-Vorhersagemodellen, aber nur sehr wenige werden zu Werkzeugen, die für lokale Teams praktisch sind.“
Unser Ziel in dieser Phase war es, ein Tool zu entwickeln, das zuverlässig, umsetzbar, schnell und intuitiv ist – etwas, das die routinemäßige Arbeit im öffentlichen Gesundheitswesen unterstützt, anstatt sie zu erschweren.“
Dr. Vinh Bui, Forscher, Southern Cross University
Mit den entwickelten Vorhersagemodellen und dem Aufbau der E-Dengue-Plattform tritt das Projekt nun in seine kritischste Phase ein: die Integration des Tools in die routinemäßige Dengue-Überwachung Vietnams und der Beginn einer großen, randomisierten, kontrollierten Clusterstudie, um zu testen, ob frühere Warnungen zu früheren Maßnahmen und weniger Ausbrüchen führen.
„Wir haben ein Tool mit großem Potenzial entwickelt, aber der kritische Test steht noch bevor“, sagte Dr. Bui
„Die nächsten drei Jahre werden uns zeigen, ob Frühwarnungen zu früheren, gezielteren Interventionen führen – und ob dies die Gesundheitsergebnisse verbessert.“
Obwohl das Interesse an Frühwarnsystemen für Krankheiten zunimmt, wurden weltweit nur sehr wenige Systeme in die Routinepraxis übernommen. Das Forschungsteam sagt Verständnis Warum ist genauso wichtig wie der Aufbau der Technologie.
Diese Arbeit orientiert sich am kürzlich veröffentlichten „Useful, Usable, Used (3U) Framework“ der Projektteams Naturkommunikationin dem untersucht wird, wie digitale Vorhersagetools von der Innovation zur realen Einführung übergehen können.
Der Forscher der Yale University, Dr. Robert Dubrow, sagte, die nächste Phase der Zusammenarbeit werde entscheidende Beweise dafür liefern, ob Frühwarnsysteme die Dengue-Bekämpfung von einem reaktiven auf einen proaktiven Ansatz umstellen können.
„Unser Team in Yale hat die Entwicklung des Vorhersagemodells geleitet, das der Plattform zugrunde liegt“, sagte Dr. Dubrow.
„Wir freuen uns nun darauf, mit unseren vietnamesischen und australischen Partnern zusammenzuarbeiten, um genau zu bewerten, ob Frühwarnungen die Ergebnisse in der Praxis verändern.“
Interesse an dem Ansatz wächst auch in Nachbarländern wie Thailand, Laos und Kambodscha, wo das Dengue-Risiko aufgrund des Klima- und Bevölkerungsdrucks zunimmt.
Der vollständige Einsatz des Tools in ausgewählten Distrikten in der vietnamesischen Mekong-Delta-Region wird Anfang 2026 beginnen. Im Zeitraum 2026–2028 wird E-Dengue bei echten Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit eingesetzt, während das Forschungsteam die randomisierte kontrollierte Studie und damit verbundene Studien durchführt.
„Dies ist ein herausfordernder und komplexer Prozess“, sagte Dung Phung, außerordentlicher Professor der University of Queensland.
„Unser langfristiges Ziel ist es, ein Tool zu entwickeln, dessen Beibehaltung nach Ansicht des vietnamesischen Gesundheitsministeriums über die Projektlaufzeit hinaus wertvoll ist.“
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