Eine neue Studie bietet eine innovative Möglichkeit, die Ausbreitung von Leishmaniose zu verfolgen, einer parasitären Krankheit, die sowohl Tiere als auch Menschen befällt. Mithilfe der hochauflösenden Schmelz-PCR (HRM) entwickelten Forscher eine schnelle und zuverlässige Methode zur Identifizierung von Sandfliegenarten, zum Nachweis von Leishmania-Parasiten und zur Bestimmung der Quelle ihrer Blutmahlzeiten anhand einer einzigen Probe. Die Studie kartierte zwölf Sandmückenarten, vier Leishmania-Arten und fünfundzwanzig Wirtstiere in ganz Israel und deckte komplexe Übertragungsmuster auf. Dieser Ansatz bietet Tierärzten und Gesundheitsbehörden ein leistungsstarkes neues Instrument zur effektiveren Überwachung und Bekämpfung zoonotischer Krankheiten.

Leishmaniose, eine durch Sandmücken übertragene parasitäre Krankheit, stellt Tierärzte und Experten des öffentlichen Gesundheitswesens seit langem vor eine große Herausforderung. Die Krankheit kommt bei Menschen und Tieren in ganz Israel und vielen anderen Teilen der Welt vor. Der komplizierte Übertragungszyklus der Krankheit umfasst zahlreiche Sandmückenarten und eine Vielzahl wildlebender und heimischer Reservoire. Eine aktuelle Studie unter der Leitung von Prof. Gad Baneth von der Koret School of Veterinary Medicine, der Fakultät für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt der Hebräischen Universität Jerusalem und dem Labor für Entomologie des israelischen Gesundheitsministeriums stellt einen Durchbruch bei der Verfolgung und dem Verständnis dieser Komplexität dar.

Veröffentlicht in PLOS vernachlässigte TropenkrankheitenDie Forschung führt eine hochauflösende Schmelz-PCR-basierte Technik (HRM) ein, mit der gleichzeitig Sandmückenarten identifiziert und nachgewiesen werden können Leishmanie Parasiten und lokalisieren Sie die Quelle der Blutmahlzeit des Insekts, alles anhand einer einzigen Probe. Dieser innovative molekulare Ansatz ersetzt zeitaufwändige herkömmliche Methoden durch ein schnelles, kostengünstiges Diagnosesystem, das nahezu vollständige Genauigkeit bietet. „Durch die Kombination von veterinärmedizinischer und öffentlicher Gesundheitsüberwachung können wir nun die Reise des Parasiten vom Tier über das Insekt zum Menschen mit beispielloser Präzision verfolgen“, sagt Prof. Baneth. „Diese Methode verändert die Art und Weise, wie wir Zoonosen vor Ort überwachen.“

Das Forschungsteam analysierte fast 2.000 in ganz Israel gesammelte Sandfliegen und identifizierte zwölf verschiedene Sandfliegenarten, davon vier Arten Leishmanie (L.-Dur, L. tropica, L. infantum, L. donovani) und fünfundzwanzig verschiedene Blutmehlquellen, von Hauskatzen und Kühen bis hin zu Klippschliefern und Hasen. Ihre Ergebnisse zeigen unterschiedliche ökologische Zonen: L.-Dur Und L. donovani Vektoren dominierten die trockenen südlichen Regionen, während L. tropica Und L. infantum waren in der Mitte und im Norden häufiger anzutreffen. Interessanterweise wurden Sandmückenarten auch außerhalb ihrer historisch anerkannten Lebensräume gefunden, was darauf hindeutet, dass Umwelt- oder Klimaveränderungen die Übertragungszonen erweitern. Das HRM-System erzielte einen Erfolg von 96,7 % bei der Identifizierung von Blutmehlquellen, ein entscheidender Fortschritt für One-Health-Studien, die eine Brücke zwischen Veterinär- und Humanepidemiologie schlagen. Hauskatzen, Schliefer, Hasen und Kühe machten mehr als die Hälfte aller identifizierten Blutmahlzeiten aus, was die entscheidende Rolle von Tieren bei der Aufrechterhaltung des Lebenszyklus der Krankheit unterstreicht.

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Leishmaniose ist sowohl ein veterinärmedizinisches als auch ein menschliches Gesundheitsproblem und betrifft neben Menschen auch Hunde, Katzen und Wildtierreservoire. Die Fähigkeit der HRM-Technologie, zwischen Arten zu unterscheiden und Infektionsmuster zu verfolgen, ermöglicht ein früheres Eingreifen und gezielte Kontrollstrategien. Für Tierärzte bietet es einen diagnostischen Einblick in die Infektionsökologie, hilft bei der Identifizierung von Tierwirten, die als stille Reservoire dienen, und verbessert die Vorhersage von Ausbrüchen. Prof. Baneth stellt fest: „Die schnelle und präzise Identifizierung infizierter Vektoren und Reservoirwirte ermöglicht es uns, neu entstehende Herde vorherzusehen und sowohl Tier- als auch Menschenpopulationen zu schützen.“ Dieses bahnbrechende molekulare Toolkit verbessert nicht nur Israels Überwachung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten, sondern bietet auch ein Modell, das an andere Endemieregionen angepasst werden kann. Durch die Verbindung von molekularer Diagnostik und Feldökologie stellt die Studie einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten dar, die die Grenze zwischen Tier und Mensch überschreiten.


Quellen:

Journal reference:

Studentsky, L., et al. (2025). A multifaceted molecular approach to surveillance of leishmaniasis: Identification of sand fly species, Leishmania parasites, and blood meal sources using high-resolution melting analysis. PLOS Neglected Tropical Diseases. doi: 10.1371/journal.pntd.0013412. https://journals.plos.org/plosntds/article?id=10.1371/journal.pntd.0013412