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Wissenschaftler haben möglicherweise neue Antworten darauf, warum Pop-ups oder Benachrichtigungen unsere Aufmerksamkeit erregen. Es stellt sich heraus, dass unsere Aufmerksamkeit einem Zyklus unterliegt, der sieben bis zehn Mal pro Sekunde wechselt. Dieses rhythmische Geschehen kann überlebenswichtig sein, da es uns davon abhält, uns zu sehr auf eine Sache in unserer Umgebung zu konzentrieren. Es könnte uns helfen, zu sehen, wie ein Auto auf einem Parkplatz rückwärts fährt, während wir nach unserem Parkplatz suchen, oder uns zu ducken, um auf einem Spaziergang einem tief hängenden Ast auszuweichen, während wir einem Kind beim Fahrradfahren zusehen. Aber diese Fenster, die unsere Aufmerksamkeit verlagern, könnten uns auch anfälliger für Ablenkungen machen, insbesondere in der modernen Zeit. Da wir in einer Welt leben, die von Bildschirmen, digitalen Alarmen und anderen visuellen Reizen umgeben ist, können diese häufigen und angeborenen Zeitfenster zur Ablenkung der Aufmerksamkeit dazu führen, dass man leichter von einer Aufgabe abgelenkt wird.

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„Für unsere Vorfahren, die während der Nahrungssuche weiterhin die Umgebung auf Raubtiere überwachen mussten, war dies eine vorteilhafte Eigenschaft“, sagte Ian Fiebelkorn, PhD, Assistenzprofessor für Neurowissenschaften am Del Monte Institute for Neuroscience der University of Rochester und leitender Autor einer in der Zeitschrift veröffentlichten Studie PLOS-Biologie. „Aber in unserer modernen Umgebung, in der Laptops vor uns geöffnet sind und ein Smartphone in der Nähe ist, könnten rhythmisch auftretende Fenster für vorteilhafte Aufmerksamkeitsverschiebungen auch gegen uns wirken. Das heißt, rhythmisch auftretende Fenster für Aufmerksamkeitsverschiebungen sind auch mit einer erhöhten Anfälligkeit für ablenkende Informationen verbunden.“

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Aufdecken, was nicht sichtbar ist

Diese Aufmerksamkeitsverschiebungen können jeden Tag Hunderttausende Male auftreten. Zach Redding, PhD ’24, Postdoktorand im Fiebelkorn-Labor und Erstautor der Studie, nutzte ein Elektroenzephalogramm (EEG), um Gehirnsignale zu überwachen. Die 40 Teilnehmer wurden gebeten, sich auf ein schwaches graues Quadrat in der Mitte eines Computerbildschirms zu konzentrieren, während farbige Punkte als Ablenkung dienten. Alle verfolgten Augenbewegungen wurden aus den Daten ausgeschlossen, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse interne Aufmerksamkeitsverschiebungen widerspiegelten und nicht, wohin die Teilnehmer schauten.

Die EEG-Aufzeichnungen zeigten rhythmische Muster, wenn die Aufmerksamkeit am wahrscheinlichsten auf einen Ablenker gerichtet war. Diese rhythmischen Aufmerksamkeitsverschiebungen traten etwa sieben bis zehn Mal pro Sekunde auf und waren mit den abwechselnden Fenstern besserer und schlechterer Zielerkennung der Teilnehmer verbunden. Wenn die Teilnehmer eine schlechtere Zielerkennung zeigten, stellten die Forscher fest, dass sie anfälliger für die Ablenker waren.

Wenn diese Erkenntnis auf andere Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit ADHS angewendet wird, könnte sie einen Einblick in die Ursachen geben, die dazu führen können, dass jemand überkonzentriert ist oder eine erhöhte Ablenkbarkeit aufweist.

Unsere Forschung zeigt, dass das typische Gehirn rhythmisch zwischen Zuständen wechselt, die entweder eine erhöhte Verarbeitung im aktuellen Fokus der Aufmerksamkeit oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, Aufmerksamkeitsressourcen woanders hin zu verlagern, fördern. Es könnte sein, dass das Gehirn von Menschen mit ADHS nicht so oft zwischen diesen Zuständen wechselt, was zu einem Verlust der kognitiven Flexibilität führt.“

Ian Fiebelkorn, PhD, Assistenzprofessor für Neurowissenschaften am Del Monte Institute for Neuroscience, University of Rochester

Diese Forschung könnte letztendlich der Schlüssel zur Entwicklung neuer Strategien zur Verbesserung der Konzentration sein.

Zu den weiteren Autoren gehört Yun Ding, PhD, ein Postdoktorand im Fiebelkorn-Labor. Diese Forschung wurde von den National Institutes of Health, der National Science Foundation und dem Searle Scholars Program unterstützt.


Quellen:

Journal reference:

Redding, Z. V., et al. (2026). Frequency-specific attentional mechanisms phasically modulate the influence of distractors on task performance. PLOS Biology. DOI: 10.1371/journal.pbio.3003664. https://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.3003664