Vorläufige Ergebnisse aus einem italienischen Register

Vorläufige Ergebnisse aus einem italienischen Register beschreiben das Risikoprofil von Frauen, die an akuten Koronarsyndromen leiden, und liefern Einblicke zur Verbesserung der Behandlung. Diese Ergebnisse wurden heute beim EAPCI Summit 2026 vorgestellt, einer neuen Veranstaltung, die von der Europäischen Vereinigung für perkutane kardiovaskuläre Interventionen (EAPCI), einer Organisation der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC), organisiert wurde.

Was sind akute Koronarsyndrome?

Ischämische Herzkrankheit ist ein häufiges Leiden, bei dem die Koronararterien durch Ablagerungen von fetthaltigem Material verengt werden. Akute Manifestationen der ischämischen Herzkrankheit, die als akute Koronarsyndrome (ACS) bezeichnet werden, umfassen Angina und Herzinfarkte (Myokardinfarkt [MI]).

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

ACS zeigt wichtige Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Es gibt Hinweise darauf, dass obwohl weniger Frauen als Männer an ACS erkranken, sie ein höheres Risiko haben, in derselben Altersgruppe zu sterben.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Wie Doktor Francesca Napoli vom IRCCS San Raffaele Scientific Institute in Mailand, Italien, erklärt, muss mehr getan werden, um ACS und deren effektive Behandlung bei Frauen zu verstehen: „Es gibt eine Unterrepräsentation von Frauen mit ACS in klinischen Studien, obwohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine der Hauptursachen für Sterblichkeit sind.“ Sie fügte hinzu: „Das Gender, Diversity and Inclusion–Akute Koronarsyndrome (GEDI–ACS) Register ist das erste multizentrische, prospektive italienische Register, das dem Studium von ACS bei Frauen gewidmet ist.“

Über die Studie

Die Studie rekrutiert 100 aufeinanderfolgende Frauen mit ACS (ST-Hebungs-Myokardinfarkt [STEMI], Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt [NSTEMI] oder instabile Angina) an mehreren Standorten in Nord- und Süditalien: IRCCS San Raffaele Scientific Institute (Mailand), AOU Federico II Neapel (Neapel), Centro Cardiologico Monzino (Mailand) und Fondazione IRCCS Ca‘ Granda Ospedale Maggiore Policlinico (Mailand). Dies stellt sicher, dass Patientinnen aus unterschiedlichen geografischen, sozioökonomischen und kulturellen Hintergründen einbezogen werden.

Klinische Ergebnisse der ersten 68 Patienten

Die klinischen Daten der ersten 68 Patientinnen wurden auf dem EAPCI Summit präsentiert. Das durchschnittliche Alter der Studienteilnehmerinnen betrug 68 Jahre und 7,4% waren nicht-kaukasisch. Die Mehrheit der Frauen (85,3%) wies eine geringe Gesundheitskompetenz auf.

Häufige Risikofaktoren

Kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden häufig beobachtet:

  • 83,6% hatten Dyslipidämie
  • 77,9% hatten Bluthochdruck
  • 50,0% hatten eine Raucherhistorie

Insgesamt berichteten 32,3% von Fehlgeburten und 16,2% von vorzeitiger Menopause. Autoimmunerkrankungen traten bei 32,2% der Patientinnen auf, während 16,2% eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte hatten und fast die Hälfte (42,6%) unter Angstzuständen oder Depressionen litt.

Ergebnisse der ACS

Für die meisten Patientinnen war ACS (86,0%) die erste Manifestation einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wobei Brustschmerzen (88,2%) das Hauptsymptom waren. Der Typ von ACS war bei 38,2% der Frauen STEMI, bei 36,8% NSTEMI und bei 25,0% instabile Angina. Über ein Drittel (38,2%) hatten einen Myokardinfarkt mit nicht-obstruktiven Koronararterien (MINOCA), einem Zustand, bei dem Patienten einen Herzinfarkt ohne nachweisbare erhebliche Verstopfungen der Koronararterien erleiden.

Behandlungsverlauf

Die Ergebnisse waren günstig – es traten in den ersten 30 Tagen keine Todesfälle, Schlaganfälle oder Herzinfarkte auf. 11,3% der Patientinnen berichteten von erneuten Brustschmerzen.

Ausblick der Studie

Doktor Napoli sprach über die Auswirkungen: „ACS stellte oft das erste Herz-Kreislauf-Ereignis dar. Das häufige Zusammentreffen von ACS mit nicht-kardiologischen Begleiterkrankungen, Fehlgeburten und vorzeitiger Menopause gibt Hinweise darauf, wie wir präventive Ansätze anpassen können. MINOCA war ebenfalls ein häufiges Ergebnis, und doch ist die beste Behandlung dafür noch unbekannt. Die hohen Werte von Angstzuständen/Depressionen und die geringe Gesundheitskompetenz sind wichtige Überlegungen, wenn wir versuchen, Frauen mit ACS effektiver zu unterstützen, um die Genesung zu fördern.“

Weiterer Verlauf

Das Register wird mit weiteren Rekrutierungen und Nachuntersuchungen fortgesetzt. Wir werden auch klinische Ergebnisse mit genetischen und molekularen Daten kombinieren, um unser Verständnis der Krankheitsmechanismen zu vertiefen und präzisere sowie inklusivere Ansätze zur Behandlung von ACS bei Frauen zu entwickeln.

Professor Alaide Chieffo, Hauptforscher des GEDI-ACS-Registers, Präsident der EAPCI und Co-Vorsitzender des Programms des EAPCI Summit 2026


Quellen: