Neue Erkenntnisse zur spontanen Koronararterien-Dissektion

Heute wurden beim EAPCI-Gipfel 2026 neue Erkenntnisse zur spontanen Koronararterien-Dissektion – einer verheerenden Ursache für Herzinfarkte bei jungen, gesunden Patienten – vorgestellt. Der Gipfel ist eine neue Veranstaltung, die von der Europäischen Gesellschaft für interventionelle Kardiologie (EAPCI) organisiert wird, einer Vereinigung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC).

Was ist spontane Koronararterien-Dissektion (SCAD)?

Bei der spontanen Koronararterien-Dissektion handelt es sich um einen Notfall, bei dem sich eine innere Schicht einer Koronararterie von der äußeren Schicht löst. Blut sammelt sich in dem Raum zwischen den Schichten, was zu einem Hämatom führt, das den Blutfluss verringert und einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt [MI]) auslösen kann. Die meisten betroffenen Patienten sind gesunde Frauen mit wenigen traditionellen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

SCAD wurde als selten betrachtet, aber die Aufmerksamkeit für diese Erkrankung wächst. SCAD bleibt nach wie vor unterdiagnostiziert und unterforscht, es wurden nur wenige, wenn überhaupt, randomisierte Studien durchgeführt, um die am besten geeignete Behandlungsansatz zu bestimmen. Die Mechanismen, die für Herzinfarkte nach SCAD verantwortlich sind, unterscheiden sich sehr von denen, die durch Atherosklerose verursacht werden, und dennoch werden sie oft auf die gleiche Weise behandelt. Wir haben ein nationales prospektives Register eingerichtet, um mehr über SCAD, Behandlungspraktiken und Ergebnisse zu erfahren und eine Wissenslücke über Patienten aus osteuropäischen Ländern zu schließen.

Professor Svetlana Apostolović, Studienpräsentatorin, Universitätsklinikum Niš, Serbien

Die Studie zum serbischen SCAD-Register

Diese Analyse des serbischen SCAD-Registers umfasste 123 Patienten, die von November 2021 bis November 2024 14 Zentren für interventionelle Kardiologie besuchten. Insgesamt wurden 27 Patienten retrospektiv und 96 prospektiv untersucht. Intrakoronare Bildgebungstechniken wurden verwendet, um die SCAD-Diagnose bei 26,0 % der Patienten zu bestätigen.

Patientenmerkmale

Die Mehrheit der Patienten waren Frauen (85,4 %) mit einem Durchschnittsalter von 47,5 Jahren. Insgesamt waren 6,7 % der Patienten schwanger oder in der postpartalen Phase, während 36,2 % menopausal waren. Die häufigsten Risikofaktoren waren Bluthochdruck (49,6 %) und Dyslipidämie (46,3 %). Wo bekannt, waren die häufigsten Auslöser psychischer Stress (38,5 %) und körperlicher Stress (10,7 %).

Behandlungsansätze

Eine perkutanen koronaren Intervention (PCI) wurde bei 41,5 % der Patienten durchgeführt, wobei bei 28,5 % aller Patienten ein Stent implantiert wurde. Nur medizinische Therapie allein erhielten 58,5 %. Insgesamt erhielten mehr als die Hälfte der Patienten eine duale Thrombozytenaggregationshemmung (58,5 %) und niedermolekulare Heparine (56,9 %).

Klinische Ergebnisse

Während des Krankenhausaufenthalts erlebten 23,6 % der Patienten ein schweres unerwünschtes kardiovaskuläres Ereignis (MACE: wiederkehrender MI, hämodynamische Instabilität, maligne Arrhythmie, kongestive Herzinsuffizienz, ungeplante Revaskularisation oder ein cerebrovaskuläres Ereignis) und 8,1 % aller Patienten starben.

In den 30 Tagen nach dem Krankenhausaufenthalt erlebten 18,1 % der Patienten MACE und 0,8 % starben. Unabhängige Prädiktoren für MACE waren die Stentimplantation (p=0,010) und Depressionen (p=0,008).

Eine vollständige Auflösung von SCAD wurde nach 30 Tagen bei 62,2 % der Patienten beobachtet.

Professor Apostolović fasste die Ergebnisse zusammen: „SCAD trat am häufigsten bei nicht schwangeren, jungen Frauen und menopausalen Frauen auf, wobei die intrakoronare Bildgebung als besonders nützlich für eine genaue Diagnosestellung befunden wurde. SCAD klang oft vollständig ab, und die Stentimplantation war für die Mehrheit der Patienten nicht vorteilhaft. Eine sorgfältige Beobachtung zusammen mit Betablockern, blutdrucksenkenden Medikamenten, Herzrehabilitation und psychologischer Unterstützung könnte die Ergebnisse verbessern und die Auswirkungen auf das tägliche Leben der Patienten verringern, aber es sind weitere Studien und Tests erforderlich.“

Weitere Erkenntnisse zu Epidemiologie, Präsentation, Management und Ergebnissen werden durch das laufende große, multinationale SCAD-Register der ESC bereitgestellt.


Quellen: