Wenn Paare eine Beziehungsberatung in Anspruch nehmen, kommt das nicht nur ihrer Partnerschaft, sondern auch ihrem individuellen Wohlbefinden zugute. Doch welche Aspekte der Ausbildung sind in dieser Hinsicht am einflussreichsten? Eine neue Studie der University of Illinois Urbana-Champaign untersucht, wie sich ein beliebtes Interventionsprogramm auf individuelle Ergebnisse wie psychische Gesundheit, Schlaf und Substanzkonsum auswirkte.
„Frühere Untersuchungen haben verschiedene Faktoren untersucht, die erklären könnten, warum diese Programme die Beziehungen von Paaren fördern. Wir fanden es jedoch bemerkenswert, dass Beziehungserziehung auch der individuellen Gesundheit der Menschen zugute kommt, und wir wollten herausfinden, was dies erklären könnte“, sagte Hauptautor Noah Larsen, ein Doktorand in der Abteilung für menschliche Entwicklung und Familienstudien, die zum College of Agricultural, Consumer and Environmental Sciences in Illinois gehört. Der Co-Autor der Studie ist Allen Barton, Illinois Extension-Spezialist und Assistenzprofessor für HDFS.
An der Studie nahmen Personen teil, die am Strong Couples Project teilnahmen, einem forschungsbasierten Beziehungserziehungsprogramm, das Paaren in den USA kostenlos zur Verfügung steht. Das Programm behandelt Themen wie Kommunikation, Konflikt, Problemlösung, Engagement und Freundschaft. Es wird durch Online-Module und Videoanrufe mit einem Programm-Coach vermittelt. Die Studienteilnehmer waren entweder verheiratet, verlobt oder lebten in einer nichtehelichen Beziehung. Sie führten Umfragen vor der Intervention, unmittelbar nach deren Abschluss und sechs Monate später durch.
Larsen und Barton konzentrierten sich auf drei Programmkomponenten: Partnerunterstützung, bessere Kommunikation und mehr Vertrauen in die Beziehung. Sie fanden heraus, dass alle drei Faktoren wichtig waren, aber die Verbesserung des Beziehungsvertrauens hatte den größten Einfluss auf die individuellen Ergebnisse, einschließlich einer verbesserten psychischen Gesundheit, eines besseren Schlafs und eines geringeren Substanzkonsums.
Zu vertrauensvoller Beziehung gehört die Überzeugung, dass mein Partner und ich alle Herausforderungen bewältigen und gemeinsam eine dauerhafte Zukunft aufbauen können. Dazu gehört das Vertrauen, dass unsere Beziehung bestehen bleibt, und das Gefühl, dass wir die Fähigkeiten haben, Konflikte zu bewältigen und die Beziehung stark zu halten.“
Noah Larsen, Doktorand, Abteilung für menschliche Entwicklung und Familienstudien, Teil des College of Agricultural, Consumer and Environmental Sciences in Illinois
Kommunikation und Unterstützung sind in alltäglichen Interaktionen von entscheidender Bedeutung, aber Vertrauen in eine Beziehung erfordert ein tieferes und dauerhafteres Engagement für die Aufrechterhaltung der Beziehung, was einzigartige Vorteile für die individuelle psychische Gesundheit mit sich bringen könnte, sagte Larsen.
Er schlägt vor, dass Paare darauf achten können, dieses Gefühl des Vertrauens in ihrer Beziehung aufzubauen oder aufrechtzuerhalten. Sie können beispielsweise über ihre Stärken und Erfolge als Paar nachdenken. Sich an schwierige Zeiten zu erinnern, die man erfolgreich überstanden hat, kann den Glauben stärken, dass man alles, was als nächstes kommt, meistern kann.
Beziehungsberater können Paaren dabei helfen, Fähigkeiten für den Umgang mit herausfordernden Situationen zu entwickeln und sie dazu ermutigen, gemeinsam über ihre Zukunft zu sprechen und ein Teamgefühl zu entwickeln.
Die Forscher stellten fest, dass die Ergebnisse auf alle Teilnehmer anwendbar waren, unabhängig von Einkommen, Alter, Bildungsniveau und Geschlecht. Der einzige Unterschied bestand darin, dass verheiratete Personen am Ende des Programms eine größere Verbesserung des Beziehungsvertrauens erlebten.
„Eine Ehe geht oft mit einer langfristigen Bindung an die Beziehung einher. Wenn Paare über diese Verpflichtung und ihre gemeinsame Zukunft nachdenken, kann das ihr Vertrauen in die Beziehung noch mehr stärken“, sagte Larsen.
Das Strong Couples Project wird von Illinois Extension angeboten und von Barton geleitet. Es steht qualifizierten Teilnehmern im ganzen Land kostenlos zur Verfügung.
Quellen:
Larsen, N. B., & Barton, A. W. (2025). How Do Couple Relationship Interventions Improve Individual Well‐Being? The Role of Relationship Confidence. Journal of Marital and Family Therapy. DOI: 10.1111/jmft.70104. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jmft.70104