Das öffentliche Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und erhöhtem Krebsrisiko ist seit Februar 2025 unverändert geblieben. Laut einer neuen Umfrage des Annenberg Public Policy Center (APPC) der University of Pennsylvania gibt mehr als die Hälfte der Amerikaner an, dass regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko erhöht, später an Krebs zu erkranken.
Die APPC-Umfrage vom Februar 2026 wurde etwa einen Monat nach der Veröffentlichung der Ernährungsrichtlinien für Amerikaner 2025–2030 durch das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) am 7. Januar 2026 durchgeführt.
In den früheren Leitlinien für den Zeitraum 2020–2025 wurde ausdrücklich gewarnt, dass „Alkohol das Krebsrisiko erhöht, und bei einigen Krebsarten steigt das Risiko bereits bei geringem Alkoholkonsum (weniger als 1 Getränk pro Tag).“ (S. 49) Die neuen Leitlinien für 2025–2030 fordern zwar eine Begrenzung alkoholischer Getränke für eine bessere Gesundheit, erwähnen jedoch keinen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebsrisiko.
Erkenntnisse
In der Umfrage, die vom 3. bis 17. Februar 2026 mit 1.650 Erwachsenen in den USA durchgeführt wurde:
- Über die Hälfte (53 %) gibt an, dass regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko erhöht, später an Krebs zu erkranken – statistisch gesehen unverändert gegenüber 56 %, die dies im Februar 2025 sagten;
- 16 % sagen, dass Alkoholkonsum keinen Einfluss auf das Krebsrisiko hat, auch statistisch gesehen unverändert gegenüber Februar 2025;
- Über ein Viertel (29 %) ist sich nicht sicher, wie sich Alkoholkonsum auf das Krebsrisiko auswirkt, statistisch gesehen unverändert gegenüber 26 % im Februar 2025.
Zum Vergleich: Die frühere APPC-Umfrage vom Februar 2025 wurde etwa einen Monat nach der Veröffentlichung seiner Warnung durch den US-Chirurgengeneral Dr. Vivek Murthy am 3. Januar zum Alkohol- und Krebsrisiko durchgeführt. In seinem Gutachten forderte er aktualisierte Warnhinweise auf Behältern für alkoholische Getränke, um Verbraucher auf das erhöhte Risiko für mindestens sieben Krebsarten aufmerksam zu machen, darunter Brust-, Dickdarm- und Leberkrebs. Auf die Empfehlung folgte ein bedeutender Wandel im öffentlichen Bewusstsein: Im September 2024, einige Monate zuvor, gaben nur 40 % der Befragten an, zu wissen, dass regelmäßiger Alkoholkonsum das Krebsrisiko erhöht, verglichen mit 56 % im Februar 2025.
Als das USDA die Warnung, die Alkoholkonsum mit Krebs in Verbindung bringt, aus den Leitlinien entfernte, kehrte es einer umfangreichen Forschungsarbeit den Rücken. Die Feststellung des Surgeon General, dass Alkoholkonsum das Krebsrisiko erhöht, erregte Aufmerksamkeit. Eine klare, starke Aussage in den Ernährungsrichtlinien hätte diese Wirkung verstärken – und dazu beitragen können, Leben zu retten.“
Kathleen Hall Jamieson, Direktorin, Annenberg Public Policy Center
ASAPH-Umfrage
Welle 28 der Panelumfrage Annenberg Science and Public Health (ASAPH) wurde vom 3. bis 17. Februar 2026 unter 1.650 Erwachsenen in den USA durchgeführt. Die Daten wurden von SSRS, einem unabhängigen Forschungsunternehmen, per Internet und Telefon anhand einer landesweit repräsentativen Wahrscheinlichkeitsstichprobe aus dem Meinungsgremium von SSRS gesammelt. Die Fehlermarge beträgt ±3,5 Prozentpunkte. Die Panelmitglieder werden von anderen Mitgliedern des Umfragepanels isoliert, um Antwortverzerrungen durch andere Umfragen zu vermeiden. Das ASAPH-Panel ist seit April 2021 kontinuierlich in 28 Wellen im Einsatz.
Quellen:
