Neue gezielte Alpha-Therapie ist vielversprechend für Patienten mit radiojodrefraktärem Schilddrüsenkrebs
Eine neue gezielte Alpha-Therapie ist vielversprechend für Patienten, deren Schilddrüsenkrebs nicht mehr auf radioaktives Jod, die Standardbehandlung mit Betastrahlen, anspricht. In einer erstmals am Menschen durchgeführten Studie stellten Forscher fest, dass eine Einzeldosis des Alpha-emittierenden Radionuklids 211At (Astatin) sowohl gut verträglich als auch wirksam war und eine Krankheitsbekämpfung ohne molekular gezielte Medikamente ermöglichte. Die Ergebnisse …
Neue gezielte Alpha-Therapie ist vielversprechend für Patienten mit radiojodrefraktärem Schilddrüsenkrebs
Eine neue gezielte Alpha-Therapie ist vielversprechend für Patienten, deren Schilddrüsenkrebs nicht mehr auf radioaktives Jod, die Standardbehandlung mit Betastrahlen, anspricht. In einer erstmals am Menschen durchgeführten Studie stellten Forscher fest, dass eine Einzeldosis des Alpha-emittierenden Radionuklids 211At (Astatin) sowohl gut verträglich als auch wirksam war und eine Krankheitsbekämpfung ohne molekular gezielte Medikamente ermöglichte. Die Ergebnisse wurden in der Dezemberausgabe von veröffentlicht Das Journal of Nuclear Medicine.
Betastrahlendes radioaktives Jod ist die Standardbehandlung für Patienten mit rezidivierendem oder metastasiertem differenziertem Schilddrüsenkrebs (DTC) nach totaler Thyreoidektomie. Trotz wiederholter Verabreichung kommt es jedoch bei einigen Patienten zu einem Fortschreiten der Krankheit und sie werden als refraktär gegenüber radioaktivem Jod eingestuft. Zu diesem Zeitpunkt werden molekular gezielte Wirkstoffe wie Kinaseinhibitoren zur Behandlung von radioaktivem Jod resistentem DTC eingesetzt.
Die Einnahme molekular zielgerichteter Wirkstoffe kann für Patienten eine Herausforderung darstellen, da sie eine tägliche orale Verabreichung erfordern und mit einer hohen Rate an Nebenwirkungen, einschließlich Proteinurie und dermatologischer Toxizität, verbunden sind. Daher besteht ein klinischer Bedarf an einer radiopharmazeutischen Therapie der nächsten Generation mit verbesserter Verträglichkeit und Wirksamkeit, die zur Behandlung von radioaktivem Jod-refraktären Patienten eingesetzt werden kann.“
Tadashi Watabe, MD, PhD, FANMB, Nuklearmediziner, Graduate School of Medicine, Universität Osaka, Japan
Um dieses Problem anzugehen, entwickelten Watabe und Kollegen eine gezielte Alpha-Therapie unter Verwendung des Radionuklids 211At-NaAt. In einer klinischen Phase-I-Studie verwendeten sie ein Dosiseskalationsmodell (1,25, 2,5 und 3,5 MBq/kg), um die unerwünschten Ereignisse, die Pharmakokinetik, die absorbierte Dosis und die therapeutische Wirksamkeit einer einzelnen intravenösen Dosis von 211At-NaAt bei Patienten mit radioaktivem Jod-refraktärem DTC zu bewerten. Das Ansprechen wurde durch Thyreoglobulinmessung, CT-Bildgebung und 131I-SPECT-Bildgebung bewertet.
Die Forscher fanden heraus, dass eine gezielte Alpha-Therapie mit 211At-NaAt bei Patienten mit DTC sicher angewendet werden kann. Obwohl bei der Dosis von 3,5 MBq/kg dosislimitierende Toxizitäten beobachtet wurden, blieben die Toxizitäten in einem tolerierbaren Bereich. Bei einigen Patienten, die entweder mit 2,5 oder 3,5 MBq/kg behandelt wurden, wurden vorläufige Wirksamkeitsnachweise beobachtet, darunter eine Reduzierung des Thyreoglobulins um mehr als 50 Prozent und eine verringerte Aufnahme in radioaktives Jod-avide Läsionen bei 131I-SPECT.
„Unsere Ergebnisse liefern den ersten Beweis dafür, dass eine 211At-basierte Therapie bei Patienten, die nicht mehr auf herkömmliches radioaktives Jod ansprechen, sowohl machbar als auch therapeutisch erfolgversprechend ist“, erklärte Watabe. „Da die Therapie mit 211At (Astatin) eine Krankheitskontrolle erreichen kann, ohne dass zielgerichtete molekulare Medikamente erforderlich sind, hat sie das Potenzial, den Behandlungsaufwand zu reduzieren, die mit systemischen Therapien verbundenen Nebenwirkungen zu begrenzen und den Zugang zu wirksamer Pflege für Patienten mit refraktärer Erkrankung zu erweitern.“
„Darüber hinaus“, bemerkte er, „kann 211At mit Beschleuniger-Zyklotronen hergestellt werden, und seine Verfügbarkeit wird weltweit zunehmen, wenn mehr Produktionsanlagen in Betrieb gehen. Die erfolgreiche klinische Anwendung von 211At in dieser Studie stellt einen wichtigen Meilenstein für das Fachgebiet dar, öffnet die Tür für eine breite Einführung der zyklotronbasierten Alpha-Therapie und beschleunigt zukünftige Innovationen in der molekularen Bildgebung und gezielten Radionuklidtherapie.“
Quellen:
Watabe, T., et al. (2025). First-in-Human Study of [211At]NaAt as Targeted α-Therapy in Patients with Radioiodine-Refractory Thyroid Cancer (Alpha-T1 Trial). Journal of Nuclear Medicine. doi: 10.2967/jnumed.125.270810. https://jnm.snmjournals.org/content/66/12/1941