Neue Untersuchungen der University of Leeds zeigen, dass erfahrene männliche Sportler, die jahrelang mit hoher Intensität trainiert haben, während des Trainings möglicherweise einem höheren Risiko für schwere Herzprobleme ausgesetzt sind.

Die heute veröffentlichte und von der British Heart Foundation finanzierte Studie zeigt, dass bei männlichen Ausdauersportlern über 50 möglicherweise häufiger Herzrhythmusstörungen während des Trainings auftreten, wenn sie bereits Narben im Herzen haben.

Neun von zehn plötzlichen Herztodesfällen während des Sports ereignen sich bei älteren männlichen Sportlern.

Ziel der Forscher war es herauszufinden, ob mehr Bewegung bei dieser Sportlergruppe zu einer potenziell tödlichen Herzrhythmusstörung namens ventrikulärer Tachykardie führen kann.

Sie fanden heraus, dass die Athleten, die diese Rhythmen erlebten, nicht mehr oder mit größerer Intensität trainierten – aber drei Viertel von ihnen hatten Narben am Herzen.

Das Team sagt, dies zeige, dass Sport an sich nicht gefährlich sei – die Ergebnisse legen jedoch nahe, dass das Vorhandensein von Narbengewebe im Herzen das Risiko potenziell gefährlicher Herzprobleme bei körperlicher Aktivität erhöht.

Wichtig ist, dass den Forschern nur bekannt war, dass diese Athleten aufgrund ihrer Teilnahme an der Studie Narben am Herzen hatten – was die Bedeutung regelmäßiger Herzgesundheitskontrollen für erfahrene männliche Ausdauersportler unterstreicht, um sicherzustellen, dass sie während des Trainings keinem Risiko von Komplikationen ausgesetzt sind.

Narbenbildung kann durch Herzinfarkte, Krankheiten und Anstrengung durch viele, hochintensive Übungen über viele Jahre hinweg verursacht werden.

Unsere Studie zeigt, dass körperliche Betätigung nur bei denjenigen mit einem Risiko für die Entwicklung abnormaler Herzrhythmen verbunden war, bei denen aufgrund von Herznarben bereits ein hohes Risiko bestand.

Sportler, die Herzrhythmusstörungen aufwiesen, trainierten nicht mehr oder härter als Sportler ohne Herzrhythmusstörungen. Dies deutet darauf hin, dass körperliche Betätigung selbst nicht die Ursache ist, sondern bei Sportlern, die bereits an einem zugrunde liegenden Herzproblem leiden, als Auslöser für gefährliche Herzrhythmen dienen könnte.

Bewegung ist sicher und hat enorme Vorteile – aber Sportler dieser Gruppe sollten sich regelmäßigen Gesundheitschecks unterziehen, um sicherzustellen, dass sie gesund bleiben.“

Dr. Wasim Javed, Hauptautor, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der School of Medicine der University of Leeds und Facharzt des Leeds Teaching Hospitals NHS Trust

Das Papier ist eine Fortsetzung der Anfang des Jahres veröffentlichten VENTOUX-Studie des Teams, die zeigte, dass ältere männliche Ausdauersportler, die jahrzehntelang trainiert und an Wettkämpfen teilgenommen hatten, häufiger Narben im Herzen hatten als Nichtsportler. Diese Narbenbildung stand in engem Zusammenhang mit den abnormalen Herzrhythmen, die von den implantierbaren Loop-Recordern der Teilnehmer erkannt wurden, bei denen es sich um kleine Geräte handelt, die unter die Haut eingeführt werden.

Ziel der neuen Studie war es zu untersuchen, ob und wann Herzrhythmusstörungen durch sportliche Betätigung beeinflusst werden.

Bei den 106 Teilnehmern handelte es sich um gesunde männliche Ausdauersportler im Alter von über 50 Jahren, die seit mindestens 15 Jahren jede Woche mehr als 10 Stunden Laufen oder Radfahren absolvierten.

Die Forscher verfolgten die körperliche Aktivität der Teilnehmer mithilfe tragbarer Technologien wie Smartwatches und Herzfrequenzmesser, um alle Trainingsaktivitäten zu protokollieren. Anschließend verglichen die Forscher die Daten der Tracker und der implantierbaren Loop-Recorder, um den Herzrhythmus der Teilnehmer genau mit ihrer körperlichen Aktivität abzugleichen.

In den zwei Jahren der Studie erlitt etwa jeder vierte Teilnehmer während oder kurz nach dem Training eine ventrikuläre Tachykardie. Bei den meisten kam es zu einer nicht anhaltenden ventrikulären Tachykardie, die kürzer und in der Regel weniger gefährlich ist, aber als Warnzeichen für längere, gefährlichere Ereignisse dienen kann.

Allerdings hatten drei von vier Sportlern, bei denen diese Episoden auftraten, Narben am Herzen.

Es gab drei längere und möglicherweise schwerwiegendere Episoden anhaltender ventrikulärer Tachykardie. Diese traten während des Trainings auf und traten alle bei Sportlern mit Narbenbildung am Herzen auf.

Die Forscher sagen, dass ihre Ergebnisse den Einsatz tragbarer Technologie für jeden Sportler unterstützen, der seine Herzfrequenz auf ungewöhnliche Aktivitäten überwachen möchte. Wer bei Unwohlsein eine erhöhte Herzfrequenz bemerkt, sollte die Intensität reduzieren oder einen Arzt aufsuchen.

Dr. Javed sagte: „Die drei Athleten, die unter gefährlichen Herzrhythmen litten, hatten plötzliche Spitzen auf ihren Herzfrequenzmessern, was ihnen bestätigte, dass etwas nicht stimmte. Athleten können beim Training darauf achten, zusammen mit etwaigen Symptomen, und in diesem Fall Hilfe suchen oder es vermeiden, sich selbst anzustrengen.“

Das Team sagt, dass es sich um die erste Studie handelt, die Langzeitdaten tragbarer Technologien mit Herzrhythmusdaten verwendet. Sie sagen, dass künftige Studien zu Sportlern und Sport tragbare Technologien einbeziehen sollten, da diese das Aktivitätsniveau genau aufzeichnen, wohingegen die bloße Befragung von Sportlern, wie viel Sport sie treiben, wahrscheinlich zu ungenauen Ergebnissen führen würde. Sie hoffen, dass ihre Studie den Weg für zukünftige Forschungen zu verschiedenen Gruppen, etwa Frauen oder jüngeren Sportlern, ebnen kann.


Quellen:

Journal reference:

Javed, M., et al. (2025) The Timing and Relationship of Ventricular Arrhythmia with Exercise Patterns in Veteran Male Endurance Athletes. European Journal of Preventive Cardiology. DOI: 10.1093/eurjpc/zwaf236.025. https://academic.oup.com/eurjpc/article/32/Supplement_1/zwaf236.025/8136780