Eine neue randomisierte klinische Studie ergab, dass sich Männer mit lokalisiertem Prostatakrebs mit mittlerem Risiko schneller erholten und weniger kurzfristige Auswirkungen auf ihr tägliches Leben hatten, wenn sie mit MRT-gesteuerter, transurethraler Ultraschallablation (TULSA) behandelt wurden, verglichen mit einer robotergesteuerten Prostataoperation. Die Ergebnisse der CAPTAIN-Studie wurden heute Sonntag auf der SIR 2026 Annual Scientific Meeting in Toronto vorgestellt.
Die Studie verfolgte 212 Männer, die zwischen 2022 und 2025 in 23 medizinischen Zentren behandelt wurden. Teilnehmer mit lokalisiertem Prostatakrebs mit mittlerem Risiko wurden nach dem Zufallsprinzip entweder TULSA, einer neuen, minimal-invasiven Therapie, die von interventionellen Radiologen durchgeführt wird, oder einer Roboter-Prostatektomie, dem chirurgischen Standardansatz, zugewiesen.
Die Studie zeigte, dass Männer, die mit TULSA behandelt wurden, während des Eingriffs weniger Blut verloren, in der Regel noch am selben Tag nach Hause gingen und einen Monat nach der Behandlung über weniger Schmerzen und eine schnellere Rückkehr zu normalen Aktivitäten berichteten. Chirurgische Patienten hatten höhere Blutverlustraten, blieben häufiger über Nacht im Krankenhaus und berichteten von einer langsameren Genesung.
Für viele Patienten ist es von großer Bedeutung, wie schnell sie wieder in den Beruf, das Familienleben und den Alltag zurückkehren können. Diese ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass TULSA den Patienten möglicherweise eine schnellere Genesung ermöglicht und nach der Behandlung eine bessere Lebensqualität beibehält und gleichzeitig den Krebs wirksam behandelt.“
David A. Woodrum, MD, PhD, FSIR, interventioneller Radiologe an der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, und Hauptforscher der Studie
Obwohl die chirurgische Entfernung der Prostata, die typische Standardbehandlung, im Hinblick auf die Kontrolle des Krebses wirksam ist, kann sie bei Männern zu erheblichen Langzeitfolgen wie erektiler Dysfunktion und Verlust der Kontrolle über die Blase führen. TUSLA verwendet jedoch Echtzeit-MRT, um die Abgabe von hochenergetischem Ultraschall durch die Harnröhre und in die Prostata zu steuern, um das Prostatakrebsgewebe präzise zu erwärmen und abzutöten, ohne die umliegenden Organe zu schädigen. Dies trage zur Erhaltung der Harn- und Sexualfunktion bei, sagen die Forscher.
„Während längerfristige Krebskontrolle und funktionelle Ergebnisse weiterhin von entscheidender Bedeutung sind, ist eine frühe Genesung ein wichtiger Teil der Behandlungsentscheidung für Patienten“, sagte Dr. Woodrum. „CAPTAIN stellt hochwertige randomisierte Daten bereit, um Patienten und Ärzten zu fundierteren Gesprächen über Behandlungsoptionen zu verhelfen.“
Die Forscher planen, die Teilnehmer über einen Zeitraum von 10 Jahren zu begleiten, um längerfristige Ergebnisse zu vergleichen, darunter Harnkontrolle, sexuelle Funktion und ob eine zusätzliche Krebsbehandlung erforderlich ist.
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