Eine qualitative Studie des kanadischen Programms „Sharing Dance Older Adults“ zeigt, wie integrative, fantasievolle Tanzstunden Freude, Verbundenheit und Wohlbefinden fördern und neue Einblicke in barrierefreie Bewegung für alternde Gemeinschaften bieten können.

Eine aktuelle Studie veröffentlicht in der Zeitschrift für Altern und Langlebigkeit hebt die möglichen Auswirkungen zugänglicher, fröhlicher Tanzprogramme auf das körperliche, emotionale und soziale Wohlbefinden älterer Erwachsener in gemeinschaftlichen Umgebungen hervor. Die Forscher untersuchten die Erfahrungen der Teilnehmer der Sharing Dance Older Adults (SDOA)-Sitzung an der National Ballet School (NBS) von Kanada und deckten Themen rund um gesundheitliche Vorteile, Sitzungsformat und Inklusivität auf. Die Ergebnisse zeigten, dass Freude, emotionale Verbindung und soziales Engagement für die Teilnahme von zentraler Bedeutung sind und über die körperliche Gesundheit hinaus Vorteile bringen. Die Studie betont, dass integrativer, gemeinschaftsbasierter Tanz, unterstützt durch flexibles Design, Musik und das Bewusstsein für logistische Hürden, sinnvolle, zugängliche Erfahrungen für ältere Menschen fördern kann.

Körperliche Aktivität, Altern und die potenzielle Rolle des Tanzes

Mit zunehmendem Alter werden viele aufgrund veränderter Mobilität oder eingeschränktem Zugang zu geeigneten Programmen weniger körperlich aktiv. Studien deuten darauf hin, dass Tanz Kraft, Gleichgewicht, Herz-Kreislauf-Gesundheit und kognitive Funktionen verbessern und gleichzeitig soziales und emotionales Engagement fördern kann. Die meisten Forschungsarbeiten konzentrieren sich jedoch auf strukturierte Interventionen oder physische Ergebnisse, wobei Freude, Inklusivität und Zugänglichkeit in gemeinschaftsbasierten Programmen nur begrenzt berücksichtigt werden. Nur wenige Studien untersuchen die umweltbedingten, sozialen und programmatischen Faktoren, die eine sinnvolle Teilnahme fördern, und hinterlassen Lücken im Verständnis darüber, wie Tanz das körperliche, emotionale und kognitive Wohlbefinden älterer Erwachsener ganzheitlich unterstützen kann.

Studiendesign und kunstbasierter Forschungsansatz

In der vorliegenden qualitativen Studie nutzten die Forscher einen kunstbasierten Ansatz, um die Erfahrungen älterer Erwachsener mit Tanz als einladender und ansprechender Bewegungsform zu untersuchen. An der Studie nahmen Teilnehmer eines SDOA-Kurses an der kanadischen NBS in der Metropolregion Toronto teil.

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Neun Erwachsene im Alter von 55 Jahren und älter nahmen am 22. Januar 2025 an einer professionell aufgezeichneten 30-minütigen Tanzsitzung teil und erfassten Bewegungen aus statischen Positionen. Anschließend nahmen sechs Teilnehmer an halbstrukturierten Fokusgruppendiskussionen teil, um ausgewähltes Filmmaterial zu untersuchen, Momente der Freude zu identifizieren und über Faktoren nachzudenken, die die Zugänglichkeit beeinflussen.

Die auf Photovoice-Prinzipien basierende Videobefragung ermöglichte es den Teilnehmern, ihre Erfahrungen im Kontext zu teilen. Sie untersuchten Hindernisse und Voraussetzungen für die Teilnahme und tauschten Erkenntnisse aus, um Programme integrativer zu gestalten. Ein demografischer Fragebogen erfasste Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und vorherige Tanzerfahrung.

Drei Forscher führten eine iterative thematische Analyse durch, um Schlüsselthemen aus Fokusgruppendiskussionen, Videobeobachtungen und Feldnotizen zu identifizieren. Die Studie stützte sich auf die Aktivitätstheorie des Alterns, der Verkörperung und der verkörperten Kognition und konzeptualisierte Freude als ein bedeutungsvolles Ergebnis, das durch Bewegung, Sinneserfahrungen und soziale Interaktion entsteht. Dieser Ansatz verdeutlichte, wie Zugänglichkeitsfunktionen, Programmdesign und die Entscheidungsfreiheit der Teilnehmer zusammenwirken, um das wahrgenommene körperliche, kognitive und emotionale Wohlbefinden im höheren Erwachsenenalter zu fördern.

Wichtige Erkenntnisse zu gesundheitlichen Vorteilen und Teilnehmererfahrungen

Die Studie identifizierte Kernthemen in Bezug auf Gesundheitsergebnisse, Sitzungsformat und Inklusivität. Die Teilnehmer betonten, dass ein integratives Umfeld, in dem alle einbezogen und respektvoll behandelt werden, Freude und aktive Teilnahme fördert. Neben den Berichten der Teilnehmer über Verbesserungen der Körperhaltung, des Gleichgewichts und des Körperbewusstseins beschrieben sie auch mentale, emotionale und spirituelle Vorteile.

Tanz förderte die Freude, hob die Stimmung, half den Teilnehmern bei der Bewältigung von Ängsten und stärkte soziale Bindungen durch gemeinsame Bewegung und Geschichtenerzählen. Fantasievolle Übungen und Geschichtenerzählen förderten das Engagement, während Musik persönliche Erinnerungen weckte und emotionale Erfahrungen vertiefte. Die Teilnehmer berichteten, dass Bewegung in Kombination mit diesen Elementen die Stimmung verbesserte, die Konzentration und Präsenz steigerte und eine angenehmere Alternative zu herkömmlichen Trainingsformen wie ausgedehnten Trainingseinheiten im Fitnessstudio darstellte.

Barrierefreiheitsfunktionen und soziales Engagement

Flexible Bewegungsmöglichkeiten, unterstützende Lehrer und eine urteilsfreie Umgebung waren entscheidende Faktoren für die Zugänglichkeit. Sitzende und stehende Alternativen ermöglichten die Teilnahme von Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Die sozialen Interaktionen gingen über den Unterricht hinaus durch Fahrgemeinschaften, gemeinsame Mahlzeiten und informelle Gespräche. Kreative Anregungen, wie etwa die Vorstellung eines Strandspaziergangs oder das Ausleben von Bildern wie der Sonne, regten die Fantasie an und steigerten das Engagement und die Freude weiter.

Die Teilnehmer standen vor einigen Herausforderungen. Wartelisten beschränkten die Neuanmeldungen, da zurückkehrenden Tänzern Vorrang eingeräumt wurde. Einige hatten Schwierigkeiten, die Dozenten zu sehen oder zu hören, doch die Unterstützung durch Gleichaltrige und anpassungsfähige Lehrstrategien trugen dazu bei, das Engagement aufrechtzuerhalten. Einige bevorzugten Kurse in der Nähe ihres Zuhauses, in der Nähe des Yonge-Finch-Gebiets, genossen die Erfahrung aber einmal an der NBS. Die meisten haben das Programm durch Familie oder Freunde entdeckt, was die Notwendigkeit einer breiteren Reichweite und klarerer Informationen zu virtuellen Optionen hervorhebt. Dennoch förderten das integrative Design, die unterstützenden Dozenten und die Vielfalt der Sitzungen eine nachhaltige Teilnahme und Freude.

Schlussfolgerungen und Implikationen für kommunale Gesundheitsprogramme

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass zugängliche, gemeinschaftsbasierte Tanzprogramme das ganzheitliche Wohlbefinden älterer Erwachsener unterstützen können, wobei Freude ein zentraler Bestandteil der Teilnahme ist. Inklusive Designmerkmale wie flexible Bewegungsmöglichkeiten, unterstützender Unterricht und eine einladende Umgebung fördern den wahrgenommenen physischen, emotionalen, sozialen, kognitiven und spirituellen Nutzen. Hindernisse wie Standort, Transport, Programmbekanntheit und Wartelisten unterstreichen die Notwendigkeit einer verbesserten Zugänglichkeit.

Die Videoerhebung erwies sich als wirksam für die Erfassung verkörperter Erfahrungen und bot einen neuartigen Ansatz für die Untersuchung bewegungsbasierter Programme. Zu den Implikationen gehören die potenzielle Information über kommunale Gesundheitsinitiativen und gesellschaftliche Verschreibungsansätze, die Ausweitung der Reichweite und die Bereitstellung hybrider oder virtueller Optionen zur Erweiterung des Zugangs. Zukünftige Forschungen sollten die langfristigen Vorteile untersuchen, die Videoerhebung an verschiedene Programme anpassen und Strategien zum Abbau struktureller Hindernisse untersuchen. Die Priorisierung freudiger, integrativer Tanzerlebnisse kann die öffentliche Gesundheitspolitik beeinflussen, die Beteiligung steigern und ein sinnvolles Engagement für alternde Bevölkerungsgruppen unterstützen.


Quellen:

Journal reference:
  • Giancola, S., Estreicher, R., Joseph, A., Bar, R. J., & Harris, M. T. (2026). Sharing Dance with Older Adults in Canada: An Exploratory Case Study. Journal of Ageing and Longevity, 6(1). DOI: 10.3390/jal6010027, https://www.mdpi.com/2673-9259/6/1/27