Lund-Forscher identifizieren den Grund für die Chemoresistenz beim Neuroblastom

Forscher der Universität Lund in Schweden haben einen der Gründe identifiziert, warum das Neuroblastom bei Kindern Krebs gegen eine Chemotherapie resistent macht. Die Ergebnisse sind für die Gestaltung zukünftiger Behandlungen von Bedeutung. Die Ergebnisse wurden in Science Advances veröffentlicht.
Das Neuroblastom ist ein aggressiver Krebs des sympathischen Nervensystems, insbesondere der Nebenniere. Trotz intensiver Behandlung mit Chemotherapie kann die Krankheit schwer heilbar sein und die Prognose für Kinder mit der aggressiven Variante ist schlecht. Einer der Gründe ist, dass der Tumor häufig Resistenzen gegen Medikamente entwickelt. Um zu verstehen, was passiert, wenn der Tumor resistent wird, werden gute Krankheitsmodelle benötigt, die die komplexe medikamentöse Behandlung von Patienten nachahmen können:
Tumore von Patienten mit Neuroblastom sehen sehr unterschiedlich aus, und es ist schwierig, ein Modell zu erstellen, das für viele Patienten repräsentativ ist. Diese Art von Herausforderung schränkt die medizinische Forschung oft ein.“
Adriana Mañas, Erstautorin der Studie, Kinderkrebsforscherin an der Universität Lund
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Den Forschern ist es nun jedoch gelungen, in Mäusen mit menschlichen Neuroblastom-Tumorzellen ein Modell zu entwickeln, das es ermöglicht, die Mechanismen zu verfolgen, die ablaufen, wenn bestimmte Tumorzellen Resistenzen gegen Medikamente entwickeln.
„Was passiert ist, dass sich die Tumorzellen verändern, um embryonale Zellen aus der fötalen Entwicklungsphase nachzuahmen. Diese embryonalen Tumorzellen sind resistenter gegen eine Chemotherapie“, sagt Forschungsgruppenleiter Daniel Bexell, der die Studie leitete.
Es ist seit langem bekannt, dass genetische Veränderungen entscheidend dafür sind, dass sich ein Neuroblastom bildet und sich zu einem aggressiven Tumor entwickelt. Allerdings geht es bei Resistenzen nicht primär um genetische Veränderungen, sondern darum, dass die Zellen ihr Verhalten schnell anpassen. Der Grund, warum die embryonalen Tumorzellen weniger auf Medikamente ansprechen, ist noch nicht vollständig geklärt, aber die Forscher glauben, dass sich die Zellen in ihrem unreifen Zustand an veränderte Bedingungen anpassen und überleben können.
„Die derzeitige Behandlung mit Chemotherapie zielt auf sich schnell teilende Tumorzellen ab. Unsere Forschungsergebnisse können zu neuen Behandlungen beitragen, die den gesamten Tumor besser erreichen, um die Entwicklung von Resistenzen zu vermeiden embryonalen Zustand der Neuroblastomzelle, um Patienten zu heilen“, schließt Daniel Bexell.
Quelle:
Referenz:
Mañas, A., et al. (2022) Klinisch relevante Behandlung von PDX-Modellen zeigt Muster der Neuroblastom-Chemoresistenz. Wissenschaftliche Fortschritte. doi.org/10.1126/sciadv.abq4617.
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